Bei der Gründungsphase eines Start Ups werden jede Menge Weichen gestellt und eigentlich müsste der Tag für den Gründer 36 Stunden haben. So viel Arbeit gibt es und so viel ist zu tun bis die ersten Produkte oder Dienstleistungen erstellt oder verkauft werden können!

Deshalb stellen sich viele Jungunternehmer die Frage: Was soll ich selbst tun und was soll ich lieber delegieren und ausführen lassen. Diese Frage können Sie mit Hilfe zweier Dimensionen beantworten: Was können andere günstiger und genauso gut oder sogar besser? Und: Welche Tätigkeiten sollte der Gründer unbedingt selber ausführen?

Bei vielen Gründern bewährt sich deshalb in den ersten Wochen folgende Aufteilung:

1. Zahlen und Buchhaltung gehören anfangs nicht außer Haus

Gerade während der Anlaufphase lassen sich oftmals rote Zahlen oder zu geringe Deckungsbeiträge nicht vermeiden. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der oder die Gründer anfangs auch die Buchhaltung selber durchführen und auch die Banküberweisungen selbst tätigen. Nur dann sammeln Sie ein wertvolles, nirgendwo anders erlernbares „Zahlengefühl“. Sowohl was die Fixkosten angeht, als auch die variablen Kosten und die Einkaufswerte bzw. Einkaufspreise von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen.

Hier ist selbst machen und nicht delegieren so etwas wie Gründerpflicht. Egal ob bei späterem Wachstum oder in schwierigen Phasen: Das „Zahlenwissen“ ist sowohl für Sie selbst, als auch für die Bank und die übrigen Geschäftsverbindungen ein außerordentlich starkes Signal, dass Sie sich auskennen.

2. Kein Zeitverlust dank nahtloser Kommunikationslösungen

Wenn Sie ein Gründerseminar der IHK besucht haben oder sich mit anderen Unternehmensgründern unterhalten, dann werden Sie sehr schnell feststellen: Über Erfolg oder Misserfolg einer Neugründung entscheidet die Erreichbarkeit.

Ist das Unternehmen per E-Mail, telefonisch oder im Internet nicht einfach oder sehr schwer zu erreichen, dann schließen viele Kunden auf Unordnung. Deshalb sollten Gründer eine Lösung eines großen Anbieters wählen, die alles aus einer Hand liefert. Wenn Sie sich die Angebote der großen Telekommunikationsanbieter ansehen, dann können Sie davon ausgehen: Sie bekommen eine erprobte Kombination aus Service und funktionierender Technik. Der Gründer muss also in der wertvollsten Zeit seines Unternehmens nicht andauernd mit Inkompatibilität zwischen verschiedenen Anbietern kämpfen oder die eine andere Kleinigkeit reparieren, um erreichbar zu sein.

Für die Telekommunikation gilt deshalb: Den Vertragspartner selbst aussuchen und dann alle Leistungen aus einer Hand bekommen. Und nicht einfach beim bisherigen Anbieter bleiben, bloß weil er einen Bruchteil von Cent pro Gesprächsminute billiger ist.

3. Macher, Anpacker oder auch Zuarbeiter? Was für ein Typ ist der Gründer?

Dieser weitere Punkt kristallisiert sich immer wieder beim Gespräch mit Gründern heraus. Insbesondere dann, wenn Sie ein stationäres Ladengeschäft oder eine Werkstatt eröffnen wollen, sollten Sie auf die richtige Verteilung der Arbeitsbelastung achten. Natürlich sollten Sie hochwertige Geräte, Ausstattung und andere essenzielle Maschinen selbst entgegennehmen und die Funktionalität vor dem Unterzeichnen des Lieferscheines testen.

Allerdings ist die Grenze zum Verzetteln leicht zu überschreiten: Insbesondere in den Tagen vor der Eröffnung sollten die Gründer bzw. ihre Familien nicht zum Auspacken und zur Grundreinigung „eingeteilt“ werden. Das Delegieren der Leistungen an Dritte ermöglicht dann gerade am Eröffnungstag die volle Konzentration: Sie als Gründer könnten dann mit Familie oder Partner die zukünftigen Kunden, Nachbarn oder Geschäftspartner begrüßen, um eine persönliche Basis für die Zusammenarbeit zu schaffen.

Als Gründer sollten Sie deshalb durchaus – und auch für die eigene Motivation und Emotion – Macher und Anpacker sein. Vergeben Sie aber nicht die Chance der Eröffnung und eines guten Auftritts: Vergeben Sie also Teilleistungen wie Grundreinigung oder Auspacken des Lagerbestandes durchaus an andere Unternehmen oder Dienstleister. Diese können Sie damit auch schon für den späteren Regelbetrieb „austesten“ und durchkalkulieren (siehe 1.). Seien Sie sich also immer dessen bewusst, dass Ihre Arbeitszeit als Gründer unersetzlich ist und dass diese auch einen bestimmten inneren Wert hat. Delegieren lernen bedeutet auch, sich nicht unter Wert zu verkaufen.

Buchtipps & Links: