Köln – Frankfurt oder Hamburg – Berlin sind beliebte Pendelstrecken für viele Arbeitnehmer: Mit dem ICE ist in der Regel vieles machbar, was früher undenkbar gewesen wäre. Trotzdem: Auf Dauer ist Pendeln eine Belastung. Darum sollten pendelnde Arbeitnehmer versuchen, bessere Konditionen beim Chef herauszuschlagen, denn davon profitiert auch er.

Als Arbeitnehmer muss man zwar flexibel sein, zumindest dann, wenn man an die wirklich spannenden Jobs will. Allerdings gibt man beim Langstreckenpendeln auch immer ein Stück Privatleben auf: Wer täglich pendelt, hat nach der Arbeit nicht so viel Zeit, sich mit Freunden zu treffen oder Sport zu treiben. Wer sogar nur am Wochenende zuhause ist, verpasst viel vom Familienalltag. Diese Situation kann auf Dauer unzufrieden oder sogar krank machen. Dann ist selbst eine sehr gute Bezahlung kein Heilmittel mehr, und das sollte jedem Pendler bewusst sein.

Hinzu kommt, dass sich der Fachkräftemangel in vielen Branchen bemerkbar macht. Dadurch haben Arbeitnehmer in diesen Branchen ein besseres Verhandlungspotenzial gegenüber dem Arbeitgeber als bisher. Hinzu kommt, dass auch dem Arbeitgeber daran gelegen sein sollte, dass seine Mitarbeiter möglichst gesund bei der Arbeit sind. Kranke Arbeitnehmer machen nämlich mehr Fehler und arbeiten langsamer als gesunde. Fallen sie möglicherweise sogar längerfristig aus, beispielsweise wegen eines Burn-out, schadet das auch dem Unternehmen. Darum sollten beide Parteien gemeinsam versuchen, das Beste aus der Pendel-Situation zu machen:

  1. Wer mit dem Zug fährt, sollte vom Arbeitgeber eine BahnCard 100 bekommen.
  2. Wer an ruhigen Tagen schon im Zug arbeitet, sollte diese Zeit als Arbeitszeit angerechnet bekommen: Mails beantworten oder Präsentationen lassen sich auch dort in der Regel vorbereiten.
  3. Ist der Arbeitgeber zu weit entfernt zum Pendeln, sollte er sich an den Kosten für eine kleine Zweitwohnung beteiligen.
  4. Ist Fliegen praktischer als die Bahnfahrt, sollte der Arbeitgeber den Hin- und Rückflug montags und freitags übernehmen.
  5. Pendler sollten außerdem auf mindestens einen Tag Homeoffice in der Woche bestehen, bevorzugt montags oder freitags.
  6. Hat das Unternehmen Niederlassungen an verschiedenen Standorten, bietet es sich an, einen Tag in der Woche in einem Büro zu arbeiten, das näher am Wohnort liegt.
  7. Der Arbeitgeber könnte auch die Kosten für ein Fitnessstudio am Arbeitsplatz übernehmen. Dann könnte der Arbeitnehmer direkt nach der Arbeit noch Sport machen. Oder davor. Oder in der Mittagspause.
  8. Sollte der Arbeitnehmer nach Jahren des Pendelns näher an den Arbeitsort ziehen wollen, sollte der Arbeitgeber ihn dabei finanziell unterstützen.
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