Irgendwann kommen die meisten Menschen der Zeitpunkt, an dem sie im Unternehmen eine Präsentation halten müssen – und dabei die Zuhörer für sich gewinnen sollen. So tief die Kenntnisse auf dem eigenen Fachgebiet auch sind, bei der überzeugenden Vermittlung dieses Wissens hapert es häufig. Die dafür erforderlichen Präsentationstechniken fehlen zumeist ebenso wie das notwendige Selbstbewusstsein. Die gute Nachricht: Beides lässt sich trainieren.

Auf die Zielgruppe abstimmen

Wenn man Sie fragen wurde, was eine gute Präsentation ausmacht, hätten Sie wahrscheinlich die Antwort parat: Frei und flüssig vorgetragen, mit hoher Präsenz und für die jeweilige Zielgruppe perfekt aufbereitet. Insbesondere Letzteres bereitet häufig Schwierigkeiten. Das eigene Know-how kann man beim Gegenüber nicht unbedingt voraussetzen, Fachbegriffe oder auch besondere betriebliche Arbeitsprozesse sind möglicherweise auch dem Führungskräften nicht im Detail bekannt. Sie sollten sich also Gedanken darum machen, wie weit Sie für Ihre Präsentation überhaupt in die Tiefe gehen müssen. Häufig können viele Informationen einfach weggelassen werden.

Vermeiden Sie komplizierte Sätze

Bei der Vorbereitung sollten Sie ebenso beachten, dass ein geschliffener Satz auf einem Blatt Papier gut klingen mag, für einen gesprochenen Vortrag allerdings zu kompliziert erscheint – die Auffassungsgabe des Publikums wird schnell überschätzt.

  • Beschränken Sie den den Vortrag auf das Wesentliche.
  • Auch Ihr Foliensatz sollte nicht zu ausführlich sein, schließlich geht es ja nicht um „betreutes Lesen“. Häufig sind lange Textbausteine zu finden, die sich der Zuhörer keinesfalls durchlesen und aufnehmen kann, während er Ihrer Präsentation lauscht.
  • Besser ist es, sich auf einige Stichworte oder Visualisierungen/Bilder zu beschränken.

Beachten Sie diesen Punkt unbedingt, wenn es um Ihre Hardware geht. Von einigen Fachleuten wird PowerPoint verteufelt, doch eigentlich richtet sich diese Abneigung nur gegen den falschen Einsatz dieses Mittels: Man sollte einfach nicht versuchen, einen inhaltlich schwachen Vortrag durch eine besondere visuelle Gestaltung zu kaschieren.  Außerdem ist es nicht ratsam, zusätzlich zum Gesprochenen noch viele weitere Informationen darzustellen.

Dasselbe gilt übrigens für das Whiteboard. Prinzipiell wirkt es selbstbewusst und spontan, wenn Sie eine bestimmte Darstellung oder Stichpunkte erst während der Präsentation entwickeln. Auch wenn Sie sich auf diese Situation vorbereitet haben, entsteht beim Publikum schnell der Eindruck, Sie würden die Präsentation spontan „aus dem Ärmel schütteln“ können – die Aufmerksamkeit ist Ihnen damit sicher.

Blickkontakt halten

Darüber hinaus sollten Sie so häufig wie möglich Blickkontakt halten. Dadurch fühlt sich das Publikum direkt angesprochen, was zum Zuhören animiert. Wer sich hinter seinen Unterlagen versteckt, baut eine unnötige Distanz zum Zuhörer auf. So nachvollziehbar dieses Verhalten bei wenig routinierten Vortragenden auch sein mag, versuchen Sie genau dies zu vermeiden. Fachleute empfehlen zudem eine bildhafte Sprache. Auf diese Weise werden Informationen durch unser Gehirn müheloser verarbeitet, als wenn Sie abstrakte Begriffe nennen. Beispiele dafür finden sich zuhauf im Marketing: Die Cloud wird nicht selten als „Datenwolke“ verbildlicht, umweltfreundliche Techniken werden als „grün“ bezeichnet.

Selbstsicher durch Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung zahlt sich aus. Daher führt kein Weg daran vorbei, den Vortrag im Vorfeld einzustudieren. Es geht nicht darum, gesprochene Sätze auswendig zu lernen. Doch je besser Sie sich das Gesagte einprägen, desto einfacher wird Ihnen die Präsentation gelingen. Die für den Zuschauer unwiderstehliche Selbstsicherheit entsteht eben genau dann, wenn Sie sich Ihrer Sache sicher sind – und hier dürfen insbesondere Anfänger nicht aus Üben verzichten. Eine gute Nachricht zum Schluss: Eine gelungene Präsentation ist keine Kunst, sondern Handwerk. Und ein Handwerk lässt sich erlernen.

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Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Kaiser+Kraft.