Für eine Bewerbung stellt der Lebenslauf das wichtigste Dokument dar. Das leuchtet auch ein, denn schließlich lassen sich hier alle relevanten Informationen zum Lebens- – oder besser – Berufsweg ersehen. 

Wenn er denn gut gemacht ist.

Um als Bewerber einen richtig guten Lebenslauf zu erstellen, gibt es ein paar Faktoren, die du unbedingt im Blick haben solltest. Wir haben dir mal die 37 wichtigsten zusammen gestellt:

1. Sieh den Lebenslauf als zentrales Dokument an!

Der Lebenslauf ist das am meisten gelesene Dokument deiner Bewerbung. Er wird vom Personaler oft als erstes angeschaut und an deine potenziellen Kollegen zur Begutachtung weitergegeben. Egal, ob du dich über Bewerbermanagement-System bewirbst, per Mail oder sogar noch per Schneckenpost. Einfach deshalb, weil sich hier alle relevanten Daten und Inhalte eines Bewerbers finden lassen.

2. Denke an deine Leser!

Die meisten deiner Leserinnen haben keine Zeit. Sprichwörtlich, keine! Für die meisten Bewerbungen nehmen sich Personaler/Recruiter zwei bis drei Minuten Zeit.

Und da dies ein Durchschnittswert ist, kannst du dir ausrechnen, dass für die allermeisten Bewerbungen noch viel weniger Zeit bleibt, weil ja genügend Zeit für die interessanten Kandidaten bleiben muss.

Wenn du dir nun vorstellst, dass der Leser deines Lebenslaufs KEINE Zeit hat, sich ausgiebig mit den Unterlagen zu beschäftigen, die sich nicht selbst erklären, wirst du auch verstehen, warum es so wichtig ist, deinen Lebenslauf super übersichtlich zu gestalten und alle Informationen leicht und nachvollziehbar aufzubereiten.

3. Gestalte deinen Lebenslauf übersichtlich!

Übersichtlich wird dein Lebenslauf, wenn du ein gutes Layout wählst. Dafür findest du hier ein paar Muster und Vorlagen. Auch Word bietet einige Vorschläge und mit Canva kannst du auch richtige Design-Lebensläufe erstellen. Beachte bitte: Eine Vorlage nimmt dir nicht das Nachdenken ab! Sie ist eher ein Vorschlag, den du als Grundlage benutzen kannst.

4. Wähle eine (am Bildschirm) gut lesbare Schrift.

Da Bewerbungen heute am Bildschirm gelesen werden, achte darauf, dass sich die von dir gewählte Schrift auch digital gut lesen lässt. Meistens empfehlen sich klassische Schriften wie Times, Arial, Tahoma oder auch Georgia.

Wer sich nicht gerade im Bereich Design bewirbt, sollte sich auch nicht einreden lassen, diese klassischen Schriften würden heute nicht gern gesehen. Das ist für die meisten Personaler tatsächlich irrelevant.

5. Wähle die richtige Schriftgröße.

Für den Bildschirm lieber ein bisschen größer als zu klein. Achte auch darauf, dass deine Zeilenabstände groß genug sind, so dass deine Informationen leicht erfasst werden können.

6. Wähle wenige Schriftschnitte.

Damit ist gemeint, dass du dich entscheiden solltest, ob du mit Fettdruck, unterstrichen oder kursiv arbeiten möchtest. Verwende nicht alle Möglichkeiten in deinem Lebenslauf, um die dir wichtigen Angaben hervorzuheben. Fürs Lesen am Bildschirm hat es sich bewährt, mit Fettdruck zu arbeiten, das dies eher ins Auge springt.

7. Entscheide dich für eine Datums-Systematik.

Wenn du einen tabellarischen Lebenslauf erstellst, gibst du Monate und Jahre an. Bitte lasse einzelne Tage weg. Entscheide dich dann für die immer gleiche Systematik, so wie hier:

  • November 2015 – Januar 2017
  • 11/2015 – 1/2017
  • Nov./2015 – Jan./2017

8. Achte auf eine gleichbleibende Schrift.

Manchmal verstellt sich die Schrift von selbst: Aus Tahoma macht Word wieder Times, wenn zum Beispiel eine neue Zelle in einer Tabelle beschrieben wird. Auch eine Vorlage zerschießt sich gern einmal, je nachdem, welche Version einer Software man benutzt.

Beim konkreten Arbeiten fällt das oft nicht auf. Lass daher den Lebenslauf einfach einen Tag liegen und schau ihn am besten einmal auf Papier an.

Jetzt aber mal Schluss mit den Äußerlichkeiten – kommen wir zum Inhalt: 

9. Überlege dir eine gute Struktur.

Ein tabellarischer Lebenslauf verleitet schon mal dazu,  für jede Station eine einzelne Überschrift zu wählen. Das brauchst du aber in der Regel nicht. Es reicht, wenn du die Stationen auf der einen Seite chronologisch ordnest und auf der anderen thematisch.

10. Sortiere umgekehrt chronologisch.

Diese Art der chronologischen Sortierung ist mittlerweile gang und gäbe. In der Regel würde ich keine andere Vorlage wählen. Es sei denn, du liest dies anders in der Stellenanzeige oder dein Lebenslauf ist noch sehr kurz, zum Beispiel als Schüler oder Studienstarter.

11. Fasse Stationen smart zusammen.

Die meisten Stationen lassen sich unter einem groben Überbegriff zusammen fassen. Absolventen können ihre Stationen oft grob unter

  • Ausbildungsweg/Schule und Studium
  • Praxiserfahrung
  • (evtl. noch) Nebensjobs

zusammenfassen.

Auch die Auslandsaufenthalte lassen sich beispielsweise in einer der beiden ersten Stationen einbinden, anstatt eine Extra-Überschrift „Auslandsaufenthalte“ zu machen. Innerhalb deiner Stationen sortierst du dann wieder umgekehrt chronologisch.

12. Beschreibe deine einzelnen Stationen so kurz wie möglich…

Im Lebenslauf wird in der Regel keine Prosa verwendet. Du kannst also mit Stichworten und Halbsätzen Arbeiten.

13. … und so ausführlich wie nötig.

Wenn du also deinen Arbeitgeber oder deine Hochschule bei einer Bewerbung nennst, schreibe den vollständigen Namen, Firmierung und Ort, eventuell auch noch das Land.

In etwa so:

  • Sammler & Töchter GmbH & Co. KG, Köln, Deutschland, Abteilung Projektentwicklung, Praktikum in Teilzeit, in den Semesterferien in Vollzeit

Oder bei deiner Hochschule:

  • Technische Hochschule Köln (TH Köln), Master-Studiengang Erneuerbare Energien (teilweise in englischer Sprache)

Danach folgen deine Aufgaben oder kurze Stichpunkte zu den von dir gewählten Schwerpunkten und Studieninhalten. Überlege dir einfach, was für deinen Leser wichtig zu wissen ist!

14. Nenne deine Arbeits- bzw. Studieninhalte.

Überlege dir, was für das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, wichtig ist. Versuche, in der Beschreibung deiner Arbeits- oder Studieninhalte darauf einzugehen.

Denke dabei nicht: „Ach, das kann man doch in den Zeugnissen am Ende meiner Bewerbung finden!“

Die werden nämlich erst dann angeschaut, wenn dein Lebenslauf und dein Anschreiben Interesse finden. Vorher solltest du dem Leser die Arbeit erleichtern und dir die Chance eröffnen, deine Schwerpunkte je nach Jobbeschreibung etwas abzuändern.

Ein Beispiel:

Du hast Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Technisches Marketing studiert. In der Praxis hast du in einem Unternehmen im Technischen Marketing als Werkstudentin gearbeitet.

Je nachdem, ob du nun lieber in der Planung arbeitest oder im Vertrieb, kannst du deine Beschreibung im Lebenslauf immer etwas unterschiedlich gestalten. In deinem Zeugnis sollte sich dieser Inhalt natürlich auch finden lassen.

15. Arbeite deine Stärken heraus!

Denke noch einmal an Punkt 2.: Was muss die Leserin deines Lebenslaufs aus diesem herauslesen können?

Deine Stärken! 

Benenne diese in deinen Stationen, in dem du auch Erfahrungen und Kenntnisse eingehst. Du kannst aber darüber hinaus auf der zweiten Seite deine „Sonstigen Fähigkeiten/Weitere Qualifikationen“ beschreiben. Auch dein „Ehrenamtliches Engagement“ oder „Hobbys“ finden hier Platz.

Beschreibe also, WIE GUT deine Sprachkenntnisse in englisch, mandarin oder bayerisch sind. Und deine IT-Kenntnisse. Wenn du als Informatikerin arbeiten möchtest, nimm auch eine Einschätzung bei den Programmiersprachen und Programmen vor.

16. Nenne Wichtiges auf der ersten Seite.

Natürlich darf dein Lebenslauf länger als eine Seite sein. Wer sich nicht gerade als Schülerin oder Student im 3. Semester bewirbt, hat meistens etwas mehr zu sagen und muss nicht versuchen, alles auf eine Seite zu quetschen.

Als Absolventin oder Berufseinsteiger kommst du in der Regel mit zwei Seiten für den Lebenslauf aus. Wer mehr Berufserfahrung mitbringt, kann auch drei oder sogar vier Seiten Lebenslauf verfassen.

Allerdings:

17. Arbeite mit einer Projektliste.

Wenn du bereits viel Arbeitserfahrung im Beruf hast und dabei zum Beispiel verschiedene Aufgaben mit jeweils unterschiedlicher Budget- und Mitarbeiterverantwortung übernommen hast, bietet es sich an, denn Lebenslauf selbst kürzer zu halten und deine verschiedenen Projekte in einer Projektliste vorzustellen.

Dafür kannst du dir dann auch eine übersichtliche Systematik überlegen, zum Beispiel so:

  • Zeitraum, Arbeit-/Auftraggeber, Teamgröße, Position im Team, Budget, Inhalte, Ergebnisse

Wie du siehst, bietet sich eine Projektliste auch an, wenn du selbständig arbeitest und du dich bei einem neuen Kunden vorstellen möchtest. Auch wer als Entwickler arbeitet, kann so verschiedene Projekte und vor allem auch verwendete Programme und Programmiersprachen gut zusammenfassen.

18. Hänge eine Publikationsliste an (wenn nötig).

Vor allem im wissenschaftlichen Bereich sind deine Veröffentlichungen und Konferenzteilnahmen besonders wichtig. Sie gehören also auch als „Publikationsliste/Konferenzteilnahmen“ mit zu deinem Lebenslauf.

19. Entscheide dich für ein tolles Profilbild…!

Wenn in der Stellenausschreibung nichts davon steht, dass du das Bild weglassen sollst, dann füge ruhig ein Bild. Man wird dich eh unter LinkedIn oder Xing mit deinem Bild finden, also kannst du es auch im Lebenslauf belassen.

Allerdings würde ich darauf achten, ein Businessporträt zu verwenden. Du glaubst gar nicht, wie sehr noch aufs Äußerliche und deine visuelle Darstellung geachtet wird.

Offiziell wirst du dazu kein Statement lesen! Unternehmen geraten sonst in Verdacht, womöglich Bewerberinnen anhand ihres Äußeren zu diskriminieren – wenn man zum Beispiel sieht, dass eine Kandidatin Hijab trägt oder ein Bewerber ausländisch aussieht.

Auf was du bei einem Bild unbedingt achten solltest, liest du hier in diesem Artikel: 5 Tipps für ein gutes Bewerbungsfoto, Profilfoto für Xing und mehr

20. Oder lasse das Bild weg!

Das Bild solltest du immer dann weglassen, wenn es so ausdrücklich in der Stellenanzeige steht. Oder wenn du dich in den USA oder in Großbritannien bewirbst. Grundsätzlich steht es dir aber IMMER FREI, das Bild wegzulassen.

21. Aktualisiere deinen Lebenslauf regelmäßig!

Auch wenn du dich gerade nicht in einer Bewerbungsphase befindest, lohnt es, sich den eigenen Lebenslauf immer mal wieder vorzunehmen und zu aktualisieren. Wahrscheinlich reicht es, ihn sich alle paar Monate anzuschauen. Viel wird ja auch nicht zu ändern sein.

Warum?

Indem du dich immer mal wieder damit auseinander setzt, wo du vor ein paar Monaten warst und was sich vielleicht geändert hat, bleibst du auch für Gespräche und Fragen zu deinem Job up-to-date.

Gleichzeitig nimmst du dir übrigens deine Profil in deinen sozialen Netzwerken vor. Auch hier lohnt es sich, immer mal wieder zu checken, ob alles noch stimmig ist oder ob du dich mittlerweile ganz anders präsentieren möchtest.

22. Unterschreibe deinen Lebenslauf (nicht)!

Vor der digitalisierten Bewerbung musste der Lebenslauf unterschrieben werden. Das brauchst du nicht mehr zu tun. Du kannst natürlich deine Unterschrift einscannen und unter das Dokument setzen. Es muss aber nicht mehr sein.

Was aber nach wie vor auf den Lebenslauf gehört, ist das tagesaktuelle Datum:

23. Und setze ein Datum darunter.

Damit bekräftigst du, dass dein Lebenslauf zu diesem Datum dem aktuellen Stand entspricht.

24. bis 37. wichtigste Faktoren

Hierzu fallen mir jetzt gerade keine weiteren mehr ein. Ich freue mich, wenn ihr noch Fragen habt oder Ergänzungen, dann schreibe ich den Artikel einfach weiter. Das ist ja das tolle am Internet – man kann es einfach immer weiter vollschreiben;-)

Bücher & Linktipps:

Zum Lebenslauf braucht man wirklich keine Bücher mehr zu lesen. Ihr findet so viele Anregungen im Internet, zum Beispiel auf dieser Seite unter:

Bild: glückimwinkl/photocase.de