Individualität ist das Zauberwort in unserer schnelllebigen und konkurrenzintensiven Umwelt. Nur wer sich etwas traut und Andersartigkeit auf charmante Weise lebt, wird langfristig Erfolg haben. Das gilt sowohl für den Einstieg in das Berufsleben als auch für spätere Jobwechsel.

Um von Beginn an einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, lohnt es sich also, etwas tiefer in die Trickkiste zu greifen. Wir haben euch mal 5 Ideen für smarte Bewerbungen zusammengestellt:

1. Die persönliche Bewerber-Webseite

Eine eigene Webseite, die als Ergänzung zur Bewerbung in Schriftform oder sogar als vollständiger Ersatz hierfür dient, weckt in jedem Fall Aufmerksamkeit. Noch kommt es nämlich eher selten vor, dass Bewerber ausgetretene Pfade verlassen und das übliche Prozedere hinter sich lassen. Wer eine Bewerber-Webseite einrichten möchte, benötigt selbstverständlich etwas Vorlaufzeit und Geduld. Das Finden und Sichern einer persönlichen Domain und auch die Gestaltung der Webseite sind die wohl wichtigsten Schritte hierbei.

Was die Webseite selbst betrifft, so sollte diese alle relevanten Informationen rund um die eigene Person in gebündelter und natürlich attraktiver Form zur Verfügung stellen. Diese sind unter anderem:

  • Der Lebenslauf
  • Informationen über „Soft Skills“ (auch: Schlüsselqualifikationen) und die Persönlichkeit
  • aussagekräftige Bilder
  • und gegebenenfalls auch Referenzen bzw. Arbeitsproben.

Wer sich aus einer gehobenen Position heraus auf eine ebenso gut bezahlte Stelle bewirbt, tut sicherlich gut daran, einem Fachmann die Gestaltung und Einrichtung zu überlassen. Für alle anderen lohnt sich der Griff zu beliebten Baukastensystemen oder WordPress, mit denen sich Webseiten in Eigenregie zusammenstellen lassen.

Dem potenziellen Arbeitgeber kann dann die URL der Webseite übermittelt werden, sodass er sich selbst einen Eindruck verschaffen kann. Vor allem in Bereichen, bei denen Arbeitsproben eine Rolle spielen wie bei Kommunikationsdesignern, Journalisten oder auch Webentwicklerinnen kann eine Website eine wichtige erste Referenz sein. Sie sollte allerdings immer auf dem neuesten Stand gehalten werden.

2. Alternative Visitenkarten

Nicht nur die klassische Bewerbung auf eine Stellenausschreibung hin ist ein gangbarer Weg zur neuen Anstellung. Wer selbst aktiv werden möchte und Arbeitgeber auf Jobmessen ansprechen, oder eine Initiativbewerbung einreichen will, muss jedoch umso mehr von sich überzeugen.

Hier spielen Visitenkarten eine wichtige Rolle. Sich jedoch nur auf die klassische Papierkarte zu verlassen, senkt den Aufmerksamkeits-Effekt auf ein Minimum. Besser ist es, zu außergewöhnlichen Karten zu greifen, die sich nicht schnell abnutzen und in der Masse vieler Karten auffallen.

Eine gute Idee sind in diesem Zusammenhang Plastik-Visitenkarten, die in Format und Haptik Scheckkarten gleichen. Diese Karten werden entweder im Offset- oder Retransfer-Verfahren gefertigt, wobei sich letzteres bei eher kleinen Stückzahlen unter 1.000 Karten anbietet. Zusätzlich zu Kontaktinformationen kann auf eine Plastikkarte auch die URL der persönlichen Bewerber-Webseite oder ein QR-Code aufgedruckt werden. So wird die Karte zu mehr als einer bloßen Vorlage für das Adressbuch und die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Wunschunternehmen durch mehrere Hände geht, erhöht sich.

Extra-Tipp: Auch wenn es eher unüblich ist – ein Foto erhöht den Erinnerungseffekt! Gerade, wer auf einer Fach- oder Karrieremesse mit jemandem ins Gespräch kommt, kann sich durch ein Bild auf der Visitenkarte ins Gedächtnis rufen.

3. Design-Bewerbungen

Natürlich ist auch die klassische Bewerbung längst nicht von der Bildfläche verschwunden. Manche Unternehmen akzeptieren trotz des Online-Bewerbungs-Trends auch weiterhin echte Mappen mit Lebenslauf und Anschreiben. Hier tut sich jedoch schwer, wessen Bewerbung genauso aussieht, wie die Tausender anderer. Etwas Zeit und Mühe in eine individuell designte Bewerbung zu investieren, kann sich also lohnen.

Beim Design haben Bewerber die Möglichkeit, mit Farben und Formen zu spielen. Das Übliche wird so automatisch zur Nebensache, weswegen die Bewerbung schon beim Aufklappen der Mappe ins Auge sticht. Wichtig ist es hier jedoch, nicht zu viele Farben zu kombinieren und das letztendliche Design zur gewünschten Stelle passen zu lassen. Wer sich in einem jungen Kreativunternehmen bewirbt, kann also durchaus mit einer besonders gestalteten Bewerbung eine erste Arbeitsprobe abliefern. Bewerbern in anderen Brachen sollten eher davon absehen, denn letzten Endes kommt es dort doch eher auf andere Fachkenntnisse an.

4. Video-Vorstellungen

Das Video als Kommunikationsmedium spielt im World Wide Web schon seit Jahren eine wichtige Rolle. Youtuber zeigen, wie erfolgreich gut produzierte Filme sind und wie groß die potenziell erreichbare Masse an Menschen ist. Auch Bewerbungsvideos beschrieb Computerwoche bereits 2006 als US-Trend.

Da Trends aus den USA meist auch zügig nach Europa gelangen, lässt Bewerbungsvideos auch hier zu einer Möglichkeit werden. Der Bewerber präsentiert sich in seinem Film sowohl als Persönlichkeit als auch als künftiger Angestellter und informiert im bewegten Bild über seinen Lebenslauf und seine besonderen Fähigkeiten. Der Vorteil: Dadurch, dass sich der Bewerber im Video bewegt und spricht, gewinnen Personalverantwortliche einen deutlich umfangreicheren Eindruck. Vor allem, wer hinterher eventuell auch fürs Unternehmen präsentieren muss, kann hier einen wichtigen Aspekt zeigen.

Hochwertige Videos machen Lust auf ein Kennenlernen. (Quelle: StockSnap (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Hochwertige Videos machen Lust auf ein Kennenlernen. (Quelle: StockSnap (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Dieser Eindruck ist jedoch nur so gut wie das Video selbst. Deswegen sollte auch hier nicht an der Qualität gespart werden. Mit einer guten Kamera sowie einem professionell wirkenden Setting ist hier bereits viel gewonnen. Wer mit dem eigenen Video nicht nur einen sondern gleich mehrere potenzielle Arbeitgeber erreichen will, sollte sich umso mehr ins Zeug legen. An diesem Punkt können auch das Anheuern eines Kameramannes und die Produktion eines professionellen Films sehr förderlich sein.

5. Kreativität und Leidenschaft beweisen

Die große Masse ist für diejenigen, die Bewerbungen sichten müssen und nach neuen Angestellten suchen, meist eines: Grau und eintönig. Selbst wenn sich in hohen Stapeln echte Potenziale verbergen können, entscheidet nicht selten der Zufall über den letztendlichen Erfolg. Wer sich nicht nur den vorgenannten Mitteln bedienen will, sondern gänzlich anders erscheinen möchte, sollte Mut beweisen. Mut bedeutet hier, sich bei der eigenen Bewerbung auf die eigenen Fähigkeiten zu besinnen und selbstbewusst darauf hinzuweisen.

Es kam schon vor, dass Bewerbungen per Flaschenpost oder mit einem großen Karton Donuts in Unternehmen flatterten. Der Bewerber generiert hierdurch automatisch Aufmerksamkeit und im besten Fall auch Sympathie. Jedes kreative Engagement sollte jedoch zu Unternehmen, Stelle sowie Branche passen und signalisieren, dass der Bewerber für die Stelle „brennt“. Niemals jedoch sollte Kreativität zu Albernheit verkommen – letzten Endes geht es ja um einen konkreten Job.

PS: Viele Bewerber machen sich meistens ohne Ende Gedanken, was Unternehmen gefallen könnte oder auch nicht. Dabei kommt es letzten Endes auf das Können, die Erfahrungen und – ja, auch – die Persönlichkeit an. Diese Punkte lassen sich meistens durch einfache Aussagen vermitteln, ohne dass man Floskeln verwenden müsste. Sagen, was ist. Meistens ist das schon kreativ genug.

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