Online gibt es unzählige Jobangebote und Möglichkeiten, passende Jobs zu finden. Dennoch sind Initiativbewerbungen, also Bewerbungen ohne eine konkrete Stellenausschreibung, durchaus lohnenswert. Das hat gleich mehrere Gründe: Zum einen sind längst nicht alle Stellenausschreibungen im Internet aktuell. Nicht selten nehmen Betriebe längst besetzte Stellen nicht heraus oder schalten Anzeigen, um Quoten zu erfüllen. Zum anderen werden Stellen durchaus auch initiativ vergeben, wenn ein Bewerber die Anforderungen erfüllt.

Auf was kommt es bei diesen Bewerbungen an? Auf welche Besonderheiten muss ein Bewerber achten und gibt es Sonderfälle?

Welche Vorteile hat eine Initiativbewerbung?

Eine Blindbewerbung bedeutet zunächst einmal mehr Arbeit, dafür genießen diese auch Vorteile. Sie sind vielfältig und können sich gerade in der Zukunft zeigen:

  • Weniger Mitbewerber – auf Stellenanzeigen bewerben sich manchmal Hunderte. Bei initiativen Bewerbungen ist die Konkurrenz wesentlich geringer, sodass Bewerber tatsächlich die Chance haben, gesehen zu werden.
  • Universeller – auf eine Stellenanzeige müssen sich Bewerber konkret bewerben. Die wenigsten Anzeigen passen haargenau auf eine Person, was bedeutet, dass sich Bewerber in ihrer Bewerbung einschränken müssen. Nicht so bei Initiativbewerbungen. Hier haben besonders erfahrene und vielseitige Personen beste Chancen. Sie können sich als Person vorstellen und aufzeigen, wo sie besondere Erfahrungen haben und welche Qualifikationen sie darüber hinaus mitbringen. Gerade Bewerber, die in der Vergangenheit diverse Abteilungen oder Bereiche durchlaufen haben, punkten hier.
  • Vorsprung – bei einer Initiativbewerbung existiert noch keine Ausschreibung. Gute Bewerbungen haben so durchaus die Chance, in die Pole Position zu kommen. Etliche Unternehmen schauen sich vor einer offiziellen Anzeige die bisherigen Blindbewerber an und kontaktieren sie, sofern sie passen.

Mit einer Initiativbewerbung befinden sich Bewerber in erster Linie außerhalb der Konkurrenz und bringen sich schon einmal für die Zukunft in Position. Was nicht bedeutet, dass sie nicht direkt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und gegebenenfalls eingestellt werden. Denn zwischen internen Stellensuchen bis zum öffentlichen Ausschreibungsprozess vergehen oft Monate. Wer nun schon im Pool ist, hat beste Chancen, einen Job zu erhalten.

Sonderfälle bei der Initiativbewerbung: Personalvermittlungen

Es gibt Sonderfälle bei Initiativbewerbungen, die nicht vergessen werden dürfen. Gerade bei Zeitarbeitsfirmen und Personalvermittlungen werden die meisten Bewerbungen blind verschickt, sofern nicht gerade eine passende Stelle öffentlich ausgeschrieben ist. Bei diesen Anstellungsverhältnissen geht es jedoch darum, dass ein Dritter einen Arbeitnehmer in eine für ihn passende Position bringt. Daher sind breit gefächerte oder abwechslungsreiche Bewerbungen nur unter Rücksprache geeignet. Wichtige Infos zu Initiativbewerbungen in diesem Bereich sind hier zu finden. Wer sich unsicher ist, wie er mit seinem bisherigen Lebenslauf verfahren soll, der sollte einmal kurz mit der Personalagentur telefonieren und nachfragen, welche Bewerbungsform gewünscht ist. Ansonsten gilt:

  • Erklärung: Im ersten Satz sollten Bewerber deutlich machen, warum sie sich bewerben, wer sie selbst sind und warum sie von Interesse sind. Hier gilt: Die Agentur agiert nur für Dritte und kann nur aktiv werden, wenn ein Bewerber deutlich macht, was er will.
  • Wichtige Punkte: Da die Agentur die Vermittlung übernimmt, benötigt sie ein klares Bild des Bewerbers. Daher müssen in der Bewerbung folgende Punkte abgearbeitet werden: gewünschter Arbeitsbereich, Position, Unternehmensart, Motivation, Qualifikation.
  • Unterlagen: Auch Personalvermittlungen brauchen natürlich Unterlagen von Bewerbern. In der Regel sind dies der Lebenslauf, eventuell ein Anschreiben, Zeugnisse, Nachweise über Qualifikationen. Dazu muss der gewünschte Arbeitsort genannt werden.

Tipp: Auch wenn es sich um eine Personalvermittlung oder Zeitarbeitsfirma handelt, sollten sich Bewerber mit dem Unternehmen vertraut machen. So gibt es Personalberatungen, die auf bestimmte Branchen spezialisiert sind. Im persönlichen Gespräch ist tieferes Wissen immer besser, als das Gefühl zu hinterlassen, dass der Bewerber sich beworben hat, weil diese Vermittlung irgendwo auf seiner Liste stand.

Wie geht man bei einer Initiativbewerbung generell am besten vor?

Hand aufs Herz: Manche Bewerber bewerben sich auf viele Stellen und setzen sich nicht besonders gründlich mit den Unternehmen auseinander. Bei der Initiativbewerbung gehört es allerdings zwingend dazu, sich mit dem Unternehmen zu beschäftigen:

  • Firmencheck: Damit ist kein kurzer Blick auf die Webseite gemeint, sondern eine genauere Recherche. Was macht das Unternehmen, welche Besonderheiten hat es? Was fällt positiv auf? Umso mehr Informationen Bewerber hier sammeln, desto besser ist es. Ja, es kann von Vorteil sein zu wissen, welche Jugendmannschaft das Unternehmen sponsort. Dieses Wissen ist zwar für den Job unwichtig, zeugt aber von einer tiefgründigen Recherche.
  • Vorstellung: Initiativbewerbungen bedienen keine genaue Ausschreibung. Daher sollte die Bewerbung so aufgebaut sein, dass sie genau aufzeigt, in welchem Bereich der Kandidat gern arbeiten möchte. Die Bewerbung zeigt dann die Erfahrungen und Qualifikationen, die zu dieser Karrierentwicklung passen.
  • Gliederung: Das Anschreiben kann durchaus anders gegliedert sein oder darauf verweisen, dass die mitgeschickten Unterlagen verschiedene Arbeitsbereiche oder Branchen umfassen und dementsprechend geordnet sind.

Fazit: Aktiv werden und Chancen ergreifen

Allerdings funktioniert nicht jede Initiativbewerbung oder führt erst dann zum Erfolg, wenn der Bewerber längst zufrieden in einem anderen Job ist. Trotzdem gibt es genügend Bewerber, die ihre jetzige Position niemals bekommen hätten, hätten sie nicht blind einzelne Unternehmen angeschrieben. Die Mühe lohnt sich also. Und niemals vergessen: Viele Stellen werden ohne eine Ausschreibung vergeben.

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