Pflegeberufe sind auch im Jahr 2020 besonders gefragt. Ein gesicherter durchschnittlich guter Verdienst sowie attraktive Aufstiegschancen insbesondere durch Fort- und Weiterbildung lassen einen genauen Blick auf die Pflegeberufe im neuen Jahr werfen. Was sich im neuen Jahr genau ändert und welche Ausbildungsmöglichkeiten existieren,  haben wir mal aufgeschrieben.

Obwohl in der Pflege eine Notsituation aufgrund vieler unbesetzter Stellen herrscht und der Job einer Pflegekraft deswegen besonders gefragt ist, kennen viele Menschen in der Pflegebranche ihre Aufstiegschancen nicht. Ob es sich dabei um Alten- oder Krankenpflege handelt, spielt keine große Rolle. Jahrelang zeigte sich, dass Pflegeberufe nicht attraktiv genug gestaltet wurden, damit sich mehr Jugendliche in der beruflichen Orientierungsphase für einen Pflegeberuf entscheiden. Nun treten wichtige Änderungen ein.

Warum wird der Pflegeberuf attraktiver?

Personalmangel, fehlende Entscheidungsmöglichkeiten bezüglich der Arbeitszeiten und wenige Aufstiegschancen machten den Pflegeberuf zum Handicap. Auch die Erfahrung, dass mehrere Einrichtungen bundesweit gerade einmal oder nicht einmal den gesetzlich vereinbarten Mindestlohn zahlten, brachte den Pflegeberufen einen schlechten Ruf ein. Nun steigt jedoch der Pflegemindestlohn, ein neuwertiges Ausbildungsmodell öffnet mehrere Türen gleichzeitig und durch staatlich geförderte Weiterbildungen werden Entwicklungsmöglichkeiten aufgebaut.

Was hat sich bereits geändert?

Die seit dem 1. November 2017 geltenden Mindestarbeitsbedingungen wurden zu Beginn des neuen Jahres angepasst. Beispielsweise befindet sich der Pflegemindestlohn im Jahr 2020 für Fachkräfte in den elf westlichen Bundesländern bei 11,35 Euro. Das neue Pflegeberufegesetz schafft die bisher geltenden Alten- und Krankenpflegegesetze ab und vereint Regelungen, die die Themen Alten-, Kinder- und Krankenpflege betreffen.

Auch die Pflegeausbildung ändert sich komplett. Alle Pflegeberufe finden ihren Platz unter einem Dach. Für Absolventinnen und Absolventen einer Pflegeausbildung bedeutet dies eine zweijährige gemeinsame Mindestausbildung. In der praktischen Ausbildung dürfen diese ihren Vertiefungsbereich selbst auswählen. Die generalistische Pflegeausbildung darf im dritten Lehrjahr fortgesetzt werden oder aber angehende Pflegefachkräfte entscheiden sich für einen gesonderten Berufsabschluss, der mit ihrem selbst gewählten Vertiefungsbereich zu tun hat.

Es ist jedoch zu empfehlen, auch im dritten Lehrjahr die generalistische Ausbildung fortzusetzen, weil diese bei bestandener Abschlussprüfung einen Berufsabschluss als „Pflegefachfrau“ bzw. „Pflegefachmann“ mit sich bringt, die der EU-Richtlinie über die Anerkennung von Pflegeberufen entspricht. Somit öffnen sich europaweit Türen. Auch ein Pflegestudium wurde eingeführt – was Karriere- und Aufstiegschancen in diesem Bereich deutlich erhöht.

Was wird sich noch ändern?

Bis zum Jahr 2026 wird beobachtet, ob die generalisierte Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann in Kombination mit gesonderten Berufsabschlüssen sinnvoll ist. Je nachdem, wie entschieden wird, werden gesonderte Berufsabschlüsse möglicherweise ganz abgeschafft – vor allem weil auch nach der generalisierten Pflegeausbildung staatlich geförderte Fort- und Weiterbildungen existieren, die interessante Themen und Inhalte anbieten.

Karrieremöglichkeiten für Pflegepersonal

Der Staat investiert erheblich in die Fort- und Weiterbildung des Pflegepersonals. Umschulungskosten werden seitens des Jobcenters bzw. der Arbeitsagenturen übernommen. Die generalistische Ausbildung ist kostenfrei, auch die dreijährige Umschulung wird dauerhaft gefördert. Spezielles Fach- und Praxiswissen in unterschiedlichen Bereichen der Pflege ermöglichen Pflegefachkräften neue Karrieremöglichkeiten. Neue Berufsbezeichnungen entstehen. Weitere Bereiche innerhalb der Pflege wie beispielsweise Pflegeberatung und Leitung sowie Expertisen in Zusammenhang mit Arzneimitteln oder der Praxisfachanleitung werden in Form von Weiterbildung angeboten.

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