Im Vergleich mit dem klassischen Marketing ist das Online-Marketing gerade mal aus dem Kleinkindalter heraus. Doch so wie das Internet von heute nicht mehr mit dem vergleichbar ist, was wir um die Jahrtausendwende kannten, so hat sich das Online-Marketing ebenfalls stark verändert.

Marketer brauchten früher eigentlich nur Platz und möglichst viele – sinnfreie – Synonyme, die sie in einem dicken Textwulst irgendwo auf einer Webseite platzierten. Dieser Block genügte, um den Suchmaschinen zu sagen, dass es hier wohl um Waschmaschinen oder Karriereberatung geht. Irgendwann reichte das nicht mehr aus, und Online-Marketer durften ihre Kreativität so richtig unter Beweis stellen, indem sie „Kühlschrank Bockwurst Spitzenkordel“ ohne Punkt und Komma zwölf Mal in dreihundert Wörtern unterbrachten.

Und heute?

Wer heute im Online-Marketing einen Job sucht, der muss schon mehr können, als das. Dieser Artikel schaut sich einmal an, auf was es ankommt.

Vorqualifikation

Es gibt einige Studiengänge, die auch schon mal als „irgendwas mit Medien“ beschrieben werden. Viele dieser Studiengänge greifen tatsächlich das Online-Marketing auf. Wer nun aber gerade sein Abi in der Tasche hat und überlegt, an welcher Hochschule er sich einschreiben soll, kann aufatmen.

Selbst wenn es spezialisierte Studiengänge gibt, so sind sie keine Voraussetzung für den Job. Gerade das Online-Marketing hat nämlich in Bezug auf die Studiengänge ein paar Herausforderungen:

  • Aktualität:  Ein Ingenieur kann davon ausgehen, dass die bautechnischen Bedingungen und Formeln, die er im ersten Semester lernt, auch nach dem Studium noch gelten. Bei allem, was mit dem Internet zusammenhängt, ist dies utopisch. Die Studiengänge können gar nicht so schnell auf Umstellungen und neue Marketing-Strategien angepasst werden, wie sich diese ändern.
  • Dozenten: Es ist eine Herausforderung, Dozenten für die Durchführung der Studiengänge zu finden. Viele Studiengänge in dem Bereich befassen sich mit den Hintergründen und allgemeinen Strategien, was man später für die Arbeit mit und für Kunden sehr gut gebrauchen kann. Grundsätzlich haben aber auch Studierende aus den Bereichen Sprachen, Informatik, Kommunikationswissenschaften oder Psychologie beste Chancen, im Online-Marketing Karriere zu machen. Überwiegend kommt es nämlich auf folgende Punkte an:
  • Interesse: Bewerber müssen Interesse an den Vorgängen haben und sich selbst schon mit den Thematiken auseinandergesetzt haben. Wie funktionieren Suchmaschinen? Was macht eine Homepage aus? Was sind No-Gos in Onlineshops?
  • Vorkenntnisse: Selbst erworbene Vorkenntnisse, die auch unter Beweis gestellt werden können, sind das A und O. Wer Lehrgänge oder Seminare besucht hat, kann auch Teilnahmebescheinigungen vorlegen. Noch besser ist es jedoch, wenn eigene Projekte vorgezeigt werden können. Hat ein Bewerber vielleicht eine eigene Homepage über die Haltung von Landschildkröten? Ist diese gut aufgebaut, rankt solide und zeigt deutlich, dass sich ein Bewerber mit der Materie und Marketing auseinandergesetzt hat, kann das schon die Eintrittskarte in eine Anstellung sein.

Die Teilbereiche

Eine andere Möglichkeit, sich als Bewerber zu positionieren, ist, sich zu spezialisieren. Es ist im Online-Marketing gar nicht ungewöhnlich, sich speziell auf einen Bereich festzulegen und andere zwarzu kennen, aber nicht selbst zu verfolgen. Gerade Quereinsteiger können hier punkten:

  • SEO: Suchmaschinenoptimierung hängt stark mit dem Seitenaufbau einer Webseite zusammen. Informatiker oder Grafiker haben hier ein ideales Eintrittsfenster in den Job. Wenn sie sich jetzt auch noch mit den weiteren Inhalten von SEO, beispielsweise Content, Verlinkungen und Barrierefreiheit befassen, haben sie gute Chancen auf einen Job. Firmen wie das Marketingbüro Blue GmbH zeigen, wie erfolgreich man in diesem Bereich sein kann.
  • Social-Media-Marketing: Gerade in kleineren Unternehmen ist das ein vernachlässigter Bereich. Während in den USA Social-Media-Marketing längst in aller Munde ist, wird es hier manchmal noch stiefmütterlich behandelt. Dabei haben Jobbewerber hier echte Möglichkeiten. Sie können sich ausprobieren, da sie ohnehin auf das Unternehmen oder das Ziel abgestimmte Kampagnen erstellen müssen, sie agieren mit mehreren Netzwerken und sehen vor allem, wie ihre Ideen bei Kunden und Interessenten ankommen.
  • Conversion-Optimierung: Ein gutes Feld für Psychologen – wer sich auf diesen Bereich spezialisiert, benötigt entsprechende Kenntnisse. Zum einen müssen die Absprungraten eines Besuchers erkannt und erklärt werden, zum anderen müssen Seiteninhaber beraten werden, um Absprünge in der Zukunft zu vermeiden. Bei der Conversion-Optimierung geht es darum, Anzeigen, Kampagnen, aber auch Seiten so aufzubauen, dass Kunden das entsprechende Ziel erreichen und die gewünschte Aktion durchführen. Bei einer Werbeanzeige auf Facebook mit Link zu einem Produkt sind die gewünschte Aktion natürlich der Klick auf die Anzeige und der direkt folgende Kauf im Shop.
  • Anzeigengestaltung: Designer und Kommunikationsstudenten befassen sich gerne mit diesem Bereich. Hier geht es darum, Anzeigen entsprechend der Zielgruppe, aber auch entsprechend des jeweiligen Netzwerks zu gestalten. Natürlich beschränken sich diese nicht allein auf die visuellen Eigenschaften, sondern führen vorab Zielgruppenanalysen, Produktanalysen und vieles mehr durch.

Um sich im Online-Marketing zu bewerben, ist es stets gut, ein solides Grundwissen in allen Bereichen zu haben und sich dann einen Bereich auszusuchen und sich dort weiter zu spezialisieren. Dennoch sollten Bewerber weiterhin in allen Bereichen auf aktuellem Stand bleiben und bereit sein, sich fortzubilden.

Das zeigt sich gerade im Social-Media-Marketing. Auch Netzwerke unterliegen Moden – so sind viele jüngere Erwachsene und Jugendliche längst nicht mehr auf Facebook. Bewerber mit Spezialisierung auf diesen Bereich müssen diese Abwanderungen erkennen und Kampagnen rasch für andere Netzwerke oder für eine neue Zielgruppe erstellen können.

Fazit – ein offener Beruf mit Ansprüchen

Ein Studium ist keine Voraussetzung für den Einstieg im Online-Marketing, schadet aber natürlich auch nicht. In einem Fachstudium lernt man zumindest grundlegende Methoden zur Strategieentwicklung und Planung.  Als Quereinsteiger – ob aus einem anderen Studium oder auch Job – ist es stets möglich, eine Anstellung zu finden. Nur müssen sich Bewerber engagieren und selbst darauf achten, ein solides Vorwissen zu besitzen und auf dem neuesten Stand zu bleiben. Wer selbst schon Projekte umgesetzt hat, ob für sich oder seinen Sportverein, und diese vorzeigen kann, hat natürlich einen Trumpf im Ärmel.

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