Als Berufseinsteiger sind die Grenzen bei der Gehaltsverhandlung relativ eng gesteckt. Umso wichtiger ist es, sich genau mit dem branchenüblichen Einkommen auszukennen. Auch Zusatzqualifikationen wie exotische Sprachen, Berufserfahrung durch Praktika und ehrenamtliches Engagement sollten mit in die Waagschale geworfen werden.

Wichtiger aber als das Pokern um den letzten Euro mehr sollte ein guter Start sein: Suchen Sie sich gerade für den ersten Job ein Unternehmen, das gute Perspektiven bietet. Das heißt, Ihr Unternehmen ist groß genug und international aufgestellt, so dass Sie auch die Chance bekommen können, innerhalb des Unternehmens aufzusteigen und zunehmend Verantwortung übernehmen und Herausforderungen annehmen zu können.

Idealerweise legt man zudem Wert auf eine professionelle Personalentwicklung, die dafür sorgt, dass Sie je nach Bedarf und Ihren Wünschen und Zielen weiter gebildet werden. Dazu können Sprachtrainings, EDV-Seminare, aber auch individuelle Coachings und interne Assessment Center zur Identifizierung von Potenzialkandidaten gehören.

Gehaltsverhandlung Absolvent: Planung mit Maximal-, Minimal- und Alternativziel

Wenn Sie nun die Gehaltsverhandlung planen, gehen Sie nicht mit nur einem Ziel in das Gespräch: Überlegen Sie sich vorher eine Spanne zwischen Minimal- und Maximalziel. Damit Sie eine realistische Einschätzung zu Ihrem Nettogehalt vornehmen können, hilft ein Gehaltsrechner. Überblick zu den gängigen Gehältern bei Absolventen, finden Sie hier für alle Fachrichtungen, für Ingenieure, für BWLer, für Informatiker und für Trainees.

Wichtig ist aber, dass Sie sich Raum für Verhandlungen schaffen, also Alternativziele überlegen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Sie mit einem geringeren Gehalt in der Probezeit einsteigen, um nach erfolgreichen sechs Monaten Arbeit eine ordentliche Steigerung zu vereinbaren.

Oft ist ein Arbeitgeber eher bereit, andere Bestandteile zu genehmigen wie ein Jobticket, eine Weiterbildung, eine Rentenzusatzversicherung usw. Für ihn liegt der Vorteil darin, dass darauf keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden müssen.

  • Geben Sie im Anschreiben oder im Gespräch lieber eine konkrete Zahl statt einer Spanne an – und die sollte noch über Ihrer persönlichen Grenze liegen.
  • Wichtig ist, dass Sie sich Ihres Wertes für das Unternehmen bewusst sind und das auch überzeugend nach außen vertreten. “Führen Sie also ruhig Buch über Ihre Erfolge!” rät Gehaltscoach Martin Wehrle.
  • Sorgen Sie für Abwechslung! Seien Sie offen für neue Positionen, sowohl im eigenen Unternehmen als auch für neue Angebote mit mehr Verantwortung und damit automatisch mehr Gehalt – zwischen fünf bis zehn Prozent sollten dann drin sein.

Buchtipps & Links:

  • Heike Friedrichsen: Die erfolgreiche Gehaltsverhandlung. Wichtige Tipps für Einsteiger, Aufsteiger und Umsteiger. Cornelsen Verlag 2008. Euro 6.95 . Schon etwas älter. Es zeigt allerdings sehr schön kompakt auf, was alles zum Gehalt dazu gehört und welche Möglichkeiten an Zusatzleistungen es gibt.
  • Martin Wehrle: Geheime Tricks für mehr Gehalt. Geldmann 2013. Euro 9,99.

Beide Bücher sind sehr gut, wobei das zweite eindeutig detaillierter ist und auch genauer auf das Einstiegsgehalt eingeht.