Gut gekleidet zu sein liegt sicherlich im Auge des Betrachters, doch wir alle wissen, dass es gesellschaftliche Konventionen darüber gibt, welche Kleidung wir zu welchen Anlässen tragen. Somit kann man nicht immer das tragen, was man möchte, sondern muss das tragen, was angemessen ist.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Gast in Jogginghosen und Sportshirt auf einer Hochzeit auftaucht oder mit einem eleganten Anzug ins Stadion geht. Genau das gleiche gilt auf der Arbeit. Es versteht sich wohl von selbst, dass man hier einen professionellen Eindruck hinterlassen will und doch lieber auf die halb zerrissende Jeans oder einen zu kurzen Rock verzichten sollte. Doch spielt neben der richtigen Kleidung im Unternehmen auch die Farbe eine Rolle? Wenn ja, warum?

Kleidung. Bild: pixabay/CC0 Commons

Kleidung. Bild: pixabay/CC0 Commons

Schwarz als Traditionsfarbe ist okay – aber bitte mit Farbakzenten

Schwarz galt immer schon als eine Farbe, die Seriosität, Autorität und Professionalität ausstrahlte. Lange Zeit ist es wohl die meist getragene Farbe von Büroangestellten, Bankmitarbeitern, Croupiers und dem Dienstleistungssektor allgemein gewesen. Hiermit sollte sich von den Farben alltäglicher und normaler Kleidung abgehoben werden. Doch die traditionellen und konservativen Strukturen bröckeln immer mehr: Wurde schwarz für Frauen und Männer lange Zeit als Hauptfarbe betrachtet, wird sie heutzutage als immer langweiliger gesehen. Das menschliche Gehirn trifft innerhalb einer Zehntelsekunde die Entscheidung darüber, ob ein Mensch vertrauenswürdig und attraktiv ist. Mit schwarz kann man zwar nichts falsch machen, aber es sagt auch nicht viel über die Persönlichkeit eines Menschen aus, da man aus der breiten Masse nicht hervorsticht.

Mehr Farben in der Arbeitswelt

Durch Studien von Farbpsychologen weiß man, dass verschiedene Farben verschiedene Wirkungen auf Menschen auslösen, weshalb immer mehr die Hilfe von Stylisten in Anspruch genommen wird. Als Resultat tragen immer mehr Chefs von Banken oder Konzernen sowie einfache Mitarbeiter zusätzlich zu einem schwarzen Anzug bunte Farben – wie zum Beispiel eine violette Krawatte beim Mann oder bunter Schmuck bei der Frau. Besonders in den modernen digitalen Branchen findet sich der Trend besonders stark wieder. Viele Online-Casinos und die Videospielindustrie haben einen legeren Dresscode mit mehr Farbenfreude gemein. Statt der typisch schwarz gekleideten Croupiers findet man bei Live Casino Dealern vielmehr bunte und einladende Farben. So ist es bei Mr Green, bei dem die Dealer ein knalliges rot tragen oder auch mit grüner Kleidung dem Unternehmensnamen alle Ehre machen. Schaut man sich Live Streams von Videospielentwicklern an, sieht man häufig T-Shirts oder Polohemden in unterschiedlichen Farben, manchmal mit bunten Aufdrucken oder den Firmenlogos versehen.

Schwarzverbote – wenn die Traditionsfarbe ungewünscht wird

Es gibt sogar Berufe, bei denen man keine schwarze Kleidung tragen darf. Hierzu zählen zum Beispiel manche Paketdienste. UPS-Boten tragen standardmäßig braun, eine Farbe, die Verlässlichkeit ausstrahlt und Hermesboten sind häufig in einer blauen Kleidung unterwegs, denn die Farbe Blau strahlt Vertrauen aus. Viele der erfolgreichen Start-ups sind sogar dazu übergegangen, zu formelle Kleidung zu verbieten oder ihre Mitarbeiter zu ermutigen, informeller und lockerer auf der Arbeit zu erscheinen. Das bedeutet wohl auch, weniger schwarz und mehr Farbenfreude in den Betrieb zu bringen.

„Kleider machen Leute“ hieß der Titel der berühmten Novelle des Schweizer Dichters Gottfried Keller. Man könnte ein „Farben machen Eindruck“ hier hinzufügen. Wichtig ist hierbei, die Balance zu wahren und einen Kleidungsstil zu finden, der das Unternehmen und auch einen selbst als Individuum repräsentiert.

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