Ob als Einsteiger oder nach einigen Jahren im Berufsleben: Bewerbungen spielen im Leben eines Arbeitnehmers immer wieder eine Rolle. Der Wechsel der Arbeitsstelle oder auch der Start im selbst gewählten Berufsbild sind Gründe für eine sorgfältig verfasste Vorstellung. Für den Bewerber ist eine strukturierte und professionell verfasste Bewerbung der wohl wichtigste Schritt auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch.

Schließlich hat der potenzielle Arbeitgeber in der Regel nicht nur eine Bewerbung vorliegen, sondern muss sich mit zahlreichen Profilen und Bewerbungsschreiben befassen. Es gilt daher, eine Bewerbungsmappe zu erstellen, die nicht nur auf den ersten, sondern auch auf den zweiten Blick überzeugt.

Anschreiben und Lebenslauf

Die beiden wichtigsten Details einer Bewerbungsmappe sind das Anschreiben und der Lebenslauf. Während der Lebenslauf dazu dient, dem künftigen Arbeitgeber einen strukturierten Einblick in die bisherige Entwicklung des Bewerbers zu bieten, erfüllt das Anschreiben auch emotionale Zwecke und liefert Informationen, die auch die Persönlichkeit und die Motivation des Bewerbers darstellen. Es ist daher entscheidend, beide Dokumente klar voneinander zu unterscheiden und bei der Erstellung auf verschiedene Grundsätze zu achten.

Der Lebenslauf

Im Lebenslauf angegeben werden alle bisherigen Stationen der beruflichen und auch schulischen Bildung. Der Schulabschluss, bisherige Arbeitgeber, Weiterbildungen und weitere Details wie Fremdsprachen werden hier in tabellarischer Form aufgelistet. Damit der künftige Arbeitgeber direkt nachvollziehen kann, ob die zur Verfügung gestellten Informationen der Wahrheit entsprechen, sollten auch Zeugnisse und Urkunden der Bewerbungsmappe beigefügt werden.

Das Anschreiben

Das Anschreiben stellt Bewerber zumeist vor weitaus größere Schwierigkeiten, da es sich hierbei um einen ansprechenden und informativen Fließtext handeln muss. Die Lesbarkeit spielt beim Anschreiben eine wichtige Rolle, weswegen der Text stets in einzelne Absätze gegliedert und in einer gut lesbaren Schriftart vorliegen sollte. Es hat sich bewährt, das Bewerbungsschreiben in insgesamt fünf Absätze zu unterteilen, die jeder für sich einen besonderen Zweck erfüllen:

Der Inhalt des Anschreibens: Sinnvolle Aufteilung wählen

  • Erster Absatz: Eine erste Kurzvorstellung und die Darstellung der Motivation, sich für die jeweilige Stelle zu bewerben.
  • Zweiter Absatz: Beschreibung der aktuellen beruflichen (oder schulischen) Situation unter Einbeziehung der eigenen Qualitäten.
  • Dritter Absatz: Gründe für die Auswahl des Unternehmens. Hier wird gezeigt, warum gerade dieser Arbeitgeber so attraktiv für den Bewerber ist. Dies kann auch indirekt geschehen, indem der Bewerber beschreibt, was er bereits gemacht hat und was ihn interessiert und dabei auf die dem Unternehmen wichtigen Punkte hinweist.
  • Vierter Absatz: Ergänzende Angaben zur Persönlichkeit und so genannten Soft skills, die im Lebenslauf nicht genannt werden. Hier können auch Hobbys, ehrenamtliches Engagement und persönliche Interessen genannt werden.
  • Fünfter Absatz: Zusammenfassung des Geschriebenen mit wichtigen Details wie Eintrittsdatum und Gehaltsvorstellung.

Die unterschiedlichen Inhalte einzelner Absätze machen das Anschreiben zu einem informativen Dokument. Hier sollte der künftige Arbeitgeber erkennen, warum gerade dieser Bewerber für sein Unternehmen eine Bereicherung darstellt und welchen positiven Nutzen er aus der Anstellung ziehen kann. Nicht fehlen dürfen selbstverständlich auch passende Grußformeln, Kontaktdaten, das aktuelle Datum und eine (handgeschriebene) Unterschrift.

Die optische Gestaltung

Oft ist es nicht der Text alleine, der eine Bewerbung aus der Masse hervorstechen lässt. Für einen Bewerber kann es daher von Vorteil sein, die eigene Mappe kreativ und individuell zu gestalten. Da sich Arbeitgeber in der Regel mit etlichen Bewerbungsmappen des gleichen oder ähnlichen Typs befassen müssen, wird die Andersartigkeit der eigenen Bewerbung sofort mehr Aufmerksamkeit erregen.

Die Gestaltung eines passenden Layouts ist eine Aufgabe, die durchaus einige Stunden in Anspruch nimmt. Es gilt hierbei, den einzelnen Dokumenten wie Lebenslauf und Anschreiben ein einheitliches, aber individuelles Äußeres zu geben. Mit farbigen Balken im Kopf- und Fußbereich der Dokumente gelingt dies auch eher unerfahrenen Bewerbern. Die Farben sollten hierbei keinesfalls zu grell oder speziell ausfallen. Wer eine Bewerbung ganz in Pink oder Neongrün verschickt und sich hiermit auf die Stelle im Controlling eines seriösen Global Players bewirbt, wird unter Umständen nicht für seine Mühen belohnt.

Ein weiterer Faktor bei der Gestaltung des Layouts ist auch die Schriftart. Wie bereits erwähnt, sollte sie sehr gut lesbar sein, so dass derjenige, der die Bewerbungen sichtet, seine Augen nicht übermäßig anstrengen muss.

Gut lesbare Schriften wie Times New Roman, Arial oder Courier haben sich grundsätzlich bewährt und können auch weiterhin verwendet werden.  Es gibt zwar Stimmen, die behaupten, mit Times hebe man sich zu wenig von anderen Bewerbern ab, im Kern geht es aber immer noch um die Passung. Sprich: Wer insgesamt auf eine Stelle und zu einem Unternehmen passt, wird nicht wegen einer klassischen Typo aussortiert. Generell gilt allerdings: Jede Schriftart, die „witzig“ oder „verspielt“ daher kommt, ist ungeeignet für die Bewerbungsmappe.“ (Quelle: http://t3n.de/news/besten-schlechtesten-schriftarten-bewerbung-615667/2/)

Wer sich bei der Auswahl der Schriftart unsicher ist, findet mit

• Garamond
• Helvetica
• und Calibri

mögliche Alternativen zu den Standard-Schriftarten. Die Kombination mehrerer Schriftarten ist darüber hinaus nicht zu empfehlen, da so ein sehr uneinheitliches Bild entsteht, das die Seriosität des Bewerbers in Frage stellt.

Das Gesamtbild muss stimmen

Mit Layout, ansprechend verfassten Texten und im besten Fall auch einem aussagekräftigen und seriösen Bild ist die Bewerbungsmappe nahezu komplett. Bis zu diesem Zeitpunkt haben Bewerber in aller Regel bereits einige Stunden intensive Arbeit investiert. Nun kann aus allen Unterlagen EIN PDF erstellt werden. Oder, falls der Arbeitgeber dies noch wünscht, auch ausgedruckt werden. Damit sich das letztlich auch auszahlt, sollte eine Bewerbung stets auf einem leistungsfähigen und guten Drucker ausgedruckt werden, wenn sie nicht sowieso digital verschickt wird.

Wer seine Bewerbung also per Post verschickt, sollte auf ein guten Ausdruck Wert legen. Er sollte also einen entsprechend hochwertigen Drucker verwenden. In Sachen Wischfestigkeit und Farbechtheit sind hier immer wieder Farblaserdrucker im Gespräch.

Ist die Bewerbung dann ausgedruckt und liegen alle Dokumente und Nachweise in guter Qualität vor, erfolgt die Zusammenfassung aller Papiere in einer Mappe. Diese sollte robust und frei von Beschädigungen sein. Eine abgegriffene Mappe spricht den künftigen Arbeitgeber für gewöhnlich nicht an, weswegen die Investition in ein schönes und neuwertiges Modell grundsätzlich zu empfehlen ist.

Am besten eignen sich hochwertige Klemm-Mappen, in die sich die Unterlagen einschieben lassen. Das macht dem Bewerber UND dem Unternehmen weniger Arbeit als dreiteilige Mappen, die zudem wesentlich teurer sind.

Wichtig: Das Anschreiben gehört nicht in die Mappe, sondern wird oben auf diese gelegt. Die gesamte Bewerbung sollte dann in einem mit einer Papprückwand verstärkten Briefumschlag verschickt werden.