Birgit Zander arbeitet bei Hella in Lippstadt im Personalmarketing und als Trainee-Mentorin. Im Interview gibt sie Tipps zur Bewerbung, was gut ankommt und wo ein Bewerber schnell ins Aus gerät.

Birgit Zander

Birgit Zander

Frau Zander, wie sollte eine Idealbewerbung aussehen? Zunächst einmal sollte eine Bewerbung vollständig, also mit Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnissen versehen sein. Im Anschreiben sollte der Bewerber seine Motivation für die ausgeschriebene Stelle deutlich machen und erklären, weshalb er mit seinen Kenntnissen und Qualifikationen auf unsere Anforderungen aus dem Stellenprofil passt.
Das Layout der eingesandten Unterlagen spielt keine zentrale Rolle, aber Rechtschreibfehler oder grobe formale Schnitzer möchten wir natürlich nicht sehen. Ich persönlich lese das Anschreiben zuerst, da ich so gut auf die Motivation des Bewerbers schließen kann und erste Anhaltspunkte fürs Gespräch finde. 

Der Lebenslauf kann gern einige Informationen zu den einzelnen Stationen enthalten, hierbei reichen drei bis vier „Einzeiler“ völlig aus. Insgesamt sollte der Lebenslauf auf jeden Fall lückenlos sein.

Was genau klären Sie im Vorstellungsgespräch? Bei HELLA führen wir in der Regel zwei Vorstellungsgespräche: das erste, um die Soft Skills zu überprüfen, und natürlich, ob der Kandidat ins Team und zu unserem Unternehmen passt. In einem zweiten Gespräch prüfen wir anschließend die fachlichen Kenntnisse eines Bewerbers.

Wenn Sie nach „Stärken und Schwächen“ fragen…? … machen wir das natürlich nicht so plakativ. Stattdessen fragen wir „Wo sehen Sie noch Entwicklungsmöglichkeiten bei sich?“, „Was zeichnet Sie aus?“ Wichtig ist, dass Sie Ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen gut selbst reflektiert haben.

Wie kann ich mich denn darauf vorbereiten? Zunächst sollten Sie sich natürlich Gedanken über sich selbst machen; aber auch das Urteil von Freunden und Verwandten kann sehr hilfreich sein: Was findest du gut an mir? Was gefällt dir nicht so gut? Wir als Interviewer wollen mit diesen Fragen klären, wie gut Sie sich selbst kennen und ob Sie sich selbst realistisch einschätzen können.

Wie schickt sich ein Kandidat garantiert aus dem Rennen? Wenn jemand die Unwahrheit sagt, also wenn er zum Beispiel behauptet, sehr gute Englischkenntnisse zu besitzen, aber lediglich Schulkenntnisse vorweisen kann. Da wir oft einen Teil des Gesprächs auf Englisch führen, würde ein Bewerber, der dann nicht adäquat antworten kann, keinen guten Eindruck hinterlassen.

Welchen Tipp hätten Sie noch für unsere Leser? Kandidaten sollten sich vor einer Entscheidung Gedanken darüber machen, wie sie sich Ihren weiteren Berufsweg vorstellen. Wir bei Hella suchen zum Beispiel Mitarbeiter, Ingenieure vor allem, die mobil und flexibel sind, da wir durch den stetigen Ausbau unseres Entwicklungs- und Produktionsnetzwerks interessante Positionen z. B. in China, Indien, Tschechien, Rumänien oder der Slowakei zu bieten haben. Da wünschen wir uns natürlich Mitarbeiter, die mit uns dieses internationale Netzwerk ausbauen wollen und flexibel mit Herausforderungen umgehen.

Zur Person:
Birgit Zander, 42 Jahre alt, Diplom-Betriebswirtin, verantwortlich für den Bereich Personalmarketing im Hella-Konzern.