„Wir würden uns freuen, wenn Sie zu einem weiteren Gespräch bei uns vorbeikommen würden.“ Geschafft, Sie wurden zum zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen. Genau darauf hatten Sie gehofft. Nun heißt es, auch diese Hürde zu nehmen, um den begehrten Job zu bekommen. Hier unsere Tipps für diesen entscheidenden Termin.

Eine Einladung zum zweiten Vorstellungsgespräch zu erhalten, sollte immer das Ziel sein. Also haben Sie sich gut auf das erste Gespräch vorbereitet, viel über das Unternehmen gelesen und sich Gedanken zu Ihrer zukünftigen Position gemacht. Im zweiten Vorstellungsgespräch geht es nun darum, sich noch besser zu „verkaufen“, denn natürlich ist die Konkurrenz nun härter.

Die Zahlen sehen ungefähr so aus:
Bei 20 Bewerbern wird mit zirka acht Personen ein Telefoninterview geführt. Zum ersten Gespräch eingeladen werden dann vier bis fünf. Im zweiten Vorstellungsgespräch stehen Sie dann in direkter Konkurrenz zu einem, eventuell einem zweiten Kandidaten. Bei sehr nachgefragten Jobs können es natürlich auch mehr Bewerber sein. Die Qualität Ihrer Konkurrenten ist nun allerdings sehr hoch.

Unsere 5 Tipps fürs zweite Vorstellungsgespräch in Kürze:

  • Beschaffen Sie sich vor dem zweiten Vorstellungsgespräch Informationen zum Unternehmen und den Interviewpartnern. Wer wird Ihnen gegenüber sitzen? Jemand aus der Geschäftsleitung? Ihre Teamleiterin oder ein Abteilungsleiter?
  • Bereiten Sie eine Präsentation vor. Es kann gut sei, dass man Sie sowieso darum bitten wird. Wenn nicht, bieten Sie das aus eigenem Antrieb an. Die Präsentation sollte fokussiert auf den Job sein und einen Ausblick auf Ihre Zukunft in dem Unternehmen bieten.
  • Formulieren Sie klare Gehaltsverstellungen. Es macht keinen Sinn, um den heißen Brei herumzureden. Verhandeln können Sie dann immer noch.
  • Fragen Sie konkret nach, ob Sie für den Job in Frage kommen. Viele scheuen sich vor dieser Frage, was absolut unnötig ist. Aber spätestens im zweiten Vorstellungsgespräch ist es wichtig, diese Frage anzusprechen.
  • Betonen Sie, dass Sie den Job wirklich wollen, ohne dass Ihr Gegenüber den Eindruck bekommt, Sie seien darauf angewiesen.

Das zweite Vorstellungsgespräch = Business-Meeting

Es sollte immer Ihr Ziel sein, einen Schritt weiter zu kommen und selbst die Möglichkeit zur Entscheidung zu haben. Wenn Sie zum zweiten Gespräch eingeladen sind, haben Sie schon einiges richtig gemacht.

Stellen Sie sich vor, Sie wollten eine neuartige Software verkaufen und wurden zum Gespräch eingeladen. Dann würden Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Sie würden sich Informationen über Ihren Kunden und Ihre Gesprächspartner besorgen.
  • Sie würden eine Präsentation vorbereiten, in der Sie kurz Ihr Unternehmen, Ihr Produkt und was dieses für den Kunden tun kann, vorstellen.
  • Sie würden diese Präsentation sorgfältig erstellen und üben, bis Sie sich sicher fühlen.
  • Sie würden versuchen, zu einem Verkaufsabschluss zu kommen.

Genau so machen Sie das auch in Ihrem Vorstellungsgespräch.

Recherche galore

Nach der Recherche für das erste Vorstellungsgespräch sollten die Grundlagen schon gelegt sein. Für das nächste Gespräch recherchieren Sie vor allem nach aktuellen Entwicklungen und zu Ihren (neuen) Gesprächspartnern. Rufen Sie dafür vorab im Unternehmen an und fragen Sie nach den Beteiligten.

Wenn man Sie nicht selbst darum bittet, eine Präsentation vorzubereiten, bieten Sie dies von Ihrer Seite aus an.

Ihre Präsentation – Sie sind die Hauptperson!

Ihre Präsentation sollte so lange dauern, wie Sie dies besprochen haben. Auf den Punkt, nicht länger, nicht kürzer. Beim Aufbau gehen Sie folgendermaßen vor:

5 Minuten – Überblick über Ihren Berufsweg – 1 Folie
10 Minuten – Überblick über Ihre größten Erfolge und Errungenschaften – 1 – 2 Folien
10 Minuten – Was Sie für das Unternehmen tun können – 2 Folien
5 Minuten – Fragen und Antworten

Erstellen Sie eine gute Präsentation – und tragen Sie noch besser vor. Sie können einen guten Inhalt leider durch einen schlechten Vortragsstil zunichte machen, eine nicht so gute Vorlage aber durch eine gute Präsentation verbessern!

Dabei ist eigentlich der wichtigste Tipp: Üben Sie , Ihre Präsentation so oft wie möglich. Sie merken dann oft, wo es hakt und wo sich noch Fragen ergeben. So können Sie laufend zu einer immer besseren Präsentation kommen.

Sie wollen den Job? Dann fragen Sie danach!

Wenn Sie den Job wirklich wollen, dann fragen Sie auch danach. Bewerber sind dabei oft eher zurückhaltend und trauen sich nicht, diese Frage bereits im Gespräch zu klären.

Als Fragen bieten sich dabei zum Beispiel an:

  • Sehen Sie, was ich für Sie in dieser Position tun kann?
  • Sind Sie interessiert daran, diese Funktion mit mir als passender Person zu besetzen?
  • Wenn Sie interessiert daran sind, diese Position mit mir zu besetzen, wann wäre der beste Zeitpunkt für mich zum Start?

Auch wenn Ihre Gesprächspartner jetzt noch nicht zu einer Entscheidung kommen können, haben Sie zumindest die Idee implementiert, dass Sie die genau richtige Person dafür sein könnten.

Genau so gut kann es sein, dass Sie so direkt zu einer Einigung kommen. Wenn noch weitere Gespräche anstehen, können Sie fragen, wann diese stattfinden werden und anbieten, sich wieder zu melden. Das zeigt Ihr unbedingtes Interesse. Und kann Ihnen einen wertvollen Vorsprung vor anderen Kandidaten geben.

Die Gehaltsfrage

Bereits bei der Formulierung Ihrer Unterlagen, spätestens im ersten Vorstellungsgespräch, werden Sie auch über Ihren Gehaltswunsch sprechen wollen. Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass Sie Ihr Jahresbruttogehalt beziffern können, sondern auch auf Ihre Extrawünsche.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Firmenwagen (Modell, Ausstattung, Extras) oder auch BahnCard
  • Zusatzleistungen, Beiträge des Unternehmens zu Versicherungen, Betriebsrente etc.
  • Technische Ausstattung (Rechner, Smartphone etc.)
  • Übernahme von Zusatzkosten (Kinderbetreuung, Umzugskosten, Weiterbildungsmaßnahmen)

Viele Unternehmen bieten bereits von sich aus einige dieser Leistungen an, es hilft aber, wenn Sie sich selbst damit auseinander gesetzt haben. Am besten ist es, wenn Sie sich hier auch wieder Ziele setzen: Maximalziel, Minimalziel und Alternativziel.

Der Abschluss

Wenn Sie sich gut vorbereitet haben und ausgeruht und frisch zum zweiten Vorstellungsgespräch erscheinen, haben Sie zumindest alles getan, um dieses Gespräch zu einem guten Abschluss zu führen. Selbst wenn Sie die Stelle nicht bekommen sollten, wird man Sie in guter Erinnerung behalten. Bleiben Sie daher auch mit Ihren Gesprächspartnern in Kontakt, zum Beispiel über Xing und LinkedIn.

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