Wenn Sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden, ist die Freude erst einmal groß. Immerhin haben Sie gegenüber 80 bis 90 Prozent der anderen Bewerber durchgesetzt. Das spricht doch für Qualität!

Nichts zu befürchten also?

Pustekuchen! Von wegen.

Wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, gehört zu den zehn bis 20 Prozent passender Kandidaten! Wenn also ein Unternehmen auf eine Stellenanzeige 40 Bewerbungen bekommt, wird es am Ende fünf bis acht Kandidaten einladen.

Immerhin sind die anderen 20 bis zehn Prozent der Kandidaten, die zum einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, fachlich ähnlich gut wie Sie. Außerdem haben Sie nicht nur durch Qualifikationen überzeugt, sondern auch durch Aussagen im Anschreiben und sicher ebenso gute bis sehr gute Zeugnisse und Referenzen.

Vorstellungsgespräch: Vorbereitung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor!

Womit Sie aber punkten können, ist eine gute Vorbereitung auf Ihr Vorstellungsgespräch. Personalverantwortliche sind immer wieder überrascht über die mangelnde Vorbereitung von Bewerbern in Gesprächen. Und wissen Kandidaten umso mehr zu schätzen, die durch tiefes Wissen zum Unternehmen sowie zur Branche überzeugen und sich bereits weiterführende Gedanken gemacht haben.

Hier also fünf Punkte, mit denen Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten können. Nicht alle müssen für jedes Gespräch von Neuem erfolgen. Allerdings sollten Sie schauen, was Sie bereits wissen – und wo Sie noch nacharbeiten sollten.

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Recherche + Nachdenken

Bei der Vorbereitung gehen Sie am besten folgendermaßen vor:

  • Informationen zum Unternehmen: Sammeln Sie so viel Informationen zu einem Unternehmen wie möglich. Das bedeutet, dass Sie sich nicht nur auf die offiziellen Kanäle wie Website, Broschüren etc. beschränken, sondern dass Sie weiter forschen. Lesen Sie in Wirtschaftsmagazinen wie Handelsblatt, Manager Magazin oder auch brand eins, was Sie zum Unternehmen finden können. Schauen Sie sich die Profile Ihrer Gesprächspartner bei Xing oder LinkedIn an.
    Auch Facebook ist hier übrigens eine tolle Informationsquelle, wenn es um „weiche“ Faktoren wie das Miteinander, Kommunikation im Unternehmen geht. Auch Begegnungen im „richtigen Leben“, zum Beispiel auf Jobmessen oder bei Vorträgen, geben Ihnen einen Eindruck. Auch ihr persönliches Netzwerk kann Ihnen mit Informationen weiter helfen, die Sie natürlich so in keinem offiziellen Kanal bekommen. Dafür bieten sich zum Beispiel das Alumni-Netzwerk Ihrer Hochschule an, Berufsverbände oder Branchentreffen.
  • Informationen zur Branche: Gerade, wenn Sie sich als Fach- und Führungskraft in einem Unternehmen bewerben, sollten Sie über Ihre Branche Bescheid wissen. Sie sollten wissen, welche Unternehmen führend und besonders innovativ sind – und wie Ihr potenzieller Arbeitgeber selbst im Vergleich dazu steht. Selbstverständlich wissen Sie auch, wie die Wirtschaftslage der Branche aussieht und welche wichtigen Fragen in der Zukunft anstehen.
  • Möglichkeiten erwägen: Möglicherweise haben Sie sich nur für eine bestimmte Stelle beworben, also kommt es auch nur auf diese an? Natürlich nicht. In der Regel wird man Sie nicht einkaufen, damit Sie ewig die gleiche Aufgabe erfüllen. Man möchte zudem herausfinden, wo die Reise bei Ihnen hingehen kann. Also sollten Sie sich auch Gedanken dazu machen, was Sie sich in Zukunft vorstellen können. Da können Sie auch Qualifikationen mit einbringen, die Sie jetzt natürlich noch nicht besitzen oder die bei der aktuellen Stelle auch nicht gefragt sind.
  • Um die Ecke denken: Dieser Punkt gehört im Grunde zu dem vorgenannten. Hiermit ist gemeint, dass Sie sich überlegen, was Sie noch an Fähigkeiten mitbringen, die auch an anderer Stelle interessant fürs Unternehmen sein können. Ein Beispiel: Wenn Ihre Familie ursprünglich aus Russland stammt und Sie deshalb fließend russisch sprechen, können Sie dies anführen, wenn Sie herausgefunden haben, dass das Unternehmen beginnt, Geschäfte mit Russland aufzunehmen.
  • Üben, üben, üben: Eigentlich so einfach – und doch vernachlässigen diesen Punkt sehr viele. Wenn Sie Ihre Selbstpräsentation und auch Antworten auf kritische oder situative Fragen vorher öfters geübt habe, fällt es Ihnen viel leichter, im Gespräch locker und sicher zu wirken. Natürlich sollen Ihre Aussagen nicht so wirken, als hätten Sie diese auswendig gelernt. Das wird aber in der Regel weniger passieren, als dass man Ihren Redefluss als selbstbewusst wahrnimmt. Also, üben Sie erst einmal für sich, dann vor dem Spiegel (sehr effektiv!) und dann noch einmal mit einem neutralen Zuschauer.

Fazit:

Mit dieser Vorbereitung gehen Sie sicher und selbstbewusst ins Vorstellungsgespräch und können sicher bei Ihrem Gesprächspartner punkten:

  • Recherche zum Unternehmen und zur Branche
  • Um die Ecke denken und formulieren, was Sie auch in Zukunft für das Unternehmen tun können
  • Üben. Üben. Üben.

Links:

Der Karriereberater Holger Moller hat eine kleine, nicht repräsentative Umfrage zum Verhältnis von Bewerbungen zu Einladungen zum Bewerbungsgespräch veranstaltet: Dabei kam genau das oben benannte Verhältnis von 80 bis 90 Prozent Absagen auf Bewerbungen heraus.