Irgendwann kommen sie ja doch: die Fragen nach den Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch. Die richtigen Antworten darauf zu finden, fällt den meisten nicht leicht. Ein paar Tipps helfen allerdings beim Umgang damit. 

Zunächst einmal muss man sich klar machen, was hinter diesen Fragen steckt: Es geht nicht darum, einem Bewerber die letzten Geheimnisse zu entlocken. Stattdessen möchte man mehr über eine Kandidatin oder einen Kandidaten erfahren.

Der Personaler oder Interviewer aus der Fachabteilung möchte wissen, was ihn antreibt – und, ja, das auch, was ihm (oder ihr natürlich) nicht so leicht fällt. Deshalb will ein Interviewer im Vorstellungsgespräch herausfinden, ob der Bewerber über sich selbst nachgedacht hat. Also reflektiert hat, was ihn als Menschen ausmacht.

Vorstellungsgespräch Stärken + Schwächen = Fragen zur Selbstreflexion

An sich helfen dabei die Fragen:

Nennen Sie uns bitte Ihre drei größten Stärken! Nennen Sie uns bitte Ihre drei größten Schwächen!“

… nicht unbedingt. Auf diese kann – und wird – sich jeder Kandidat hervorragend vorbereiten.

Stärken im Vorstellungsgespräch: 4 wichtige Fragen zur Vorbereitung

Und zwar, indem Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Schauen Sie noch einmal genau, welche Anforderungen das Unternehmen in der Stellenanzeige beschrieben hat. Was wird wichtig sein für die Umsetzung des Jobs? Was benötigt das Team von einem Kandidaten?
  • Dann überlegen Sie: Was kann ich besonders gut? Wo habe ich das gelernt? Welche Geschichte, welches Beispiel kann ich dazu anführen?
  • Dazu finden Sie einen Oberbegriff: Wenn Sie zum Beispiel als Student ein Unternehmen gegründet haben, können Sie die Geschichte dieser Firmengründung erzählen. Als Überbegriff können Sie dann Wörter wie Mut, Entschlossenheit, Tatkraft wählen.
  • Dazu überlegen Sie sich vier bis fünf Geschichten bzw. Beispiele.

Stärken betonen, ja. Aber Schwächen benennen?

4 wichtige Punkte für Schwächen im Vorstellungsgespräch

Etwas anders gehen Sie vor, wenn es um Ihre Schwächen geht:

  • Überlegen Sie, was für das Unternehmen wenig relevant sein könnte. Wenn es jemanden sucht, der besonders kommunikativ ist, sollten Sie nicht Ihre Schüchternheit als Schwäche anführen. Wenn es aber im Job eher um Gründlichkeit und sorgfältiges Arbeiten geht, kann man durchaus erzählen, dass man sich als zurückhaltenden Menschen sieht.
  • Auch Schwächen, die Sie hatten, mittlerweile aber überwunden haben, lassen sich verwenden. Gut eignet sich hier eine Schwäche wie Ungeduld. Wer sich zum Beispiel in seinem ersten Job noch leicht von vielen unterschiedlichen Aufgaben ablenken lässt, bekommt dies mit wachsender Erfahrung in den Griff.
  • Wenn man ein bis zwei (überwundene) Schwächen genannt hat, kann man auch noch eine dritte anführen, die als liebenswerte Schwäche durchgeht. Dazu eignet sich eine Schwäche, die keine Rolle bei der ausgeschriebenen Stelle spielt. Sie könnten zum Beispiel sagen: „Ich bin ein Schreibtisch-Chaot!“, wenn Sie in einem kreativen Umfeld einsteigen möchten und wissen, dass das in diesem Unternehmen in Ordnung sein wird.
  • Wichtig: Richtige Schwächen sollten nicht genannt werden.

Viele Unternehmen sind mittlerweile dazu übergegangen, statt nach Stärken und Schwächen zu fragen, situative Fragen zu stellen. Dazu gehören Fragen zu verschiedenen Komplexen wie

  • die Leistungsmotivation des Bewerbers,
  • dem Unternehmen,
  • der Entwicklung in Schule und Studium,
  • der Persönlichkeit,
  • der privaten Lebensgestaltung und
  • Stressfragen.

Auch bei diesen Fragen ist es wichtig, sich vorzubereiten und zu überlegen, was man sagen möchte – und auch, was fürs Unternehmen bzw. die Stelle passen könnte.

Buchtipps & Links:

Bild: knallgrün/photocase.de