*Das duale Studium ist weiter auf dem Vormarsch. Im Oktober 2015 fanden sich in der Datenbank „Ausbildung Plus“ mehr als 1.500 duale Studiengänge, die von rund 95.000 Studierenden besucht wurden. Begründen lässt sich dieses große Interesse mit zahlreichen Vorzügen, die ein duales Studium bietet. Wer diesen Ausbildungsweg erfolgreich absolvieren möchte, sollte sich aber auch eingehend mit den Nachteilen befassen. 

Von welchen Vorteilen profitieren dual Studierende?

Der größte Vorteil dualer Studiengänge ist ihre Praxisnähe. Die Studierenden wechseln in einem festgelegten Rhythmus zwischen Hochschule und Ausbildungsbetrieb. Dadurch eignen Sie sich sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen an und erwerben zugleich wichtige Schlüsselqualifikationen wie:

  • Teamfähigkeit
  • praktisches Denken
  • Organisieren von Arbeitsabläufen
  • kreative Auseinandersetzung mit Kollegen
  • Umgang mit Kunden

Im dualen Studium werden zwei Ausbildungen gleichzeitig absolviert. Nach erfolgreichem Abschluss haben die Studenten und Studentinnen neben Ihrem Bachelor-Titel auch ihren Facharbeiterabschluss in der Tasche. Durch das vom Ausbildungsbetrieb gezahlte monatliche Gehalt sind sie außerdem finanziell unabhängiger als in einem herkömmlichen Vollzeitstudium.

Wo liegen die Stolpersteine des dualen Studiums?

Eine der ersten Hürden dualer Studiengänge bildet die Suche nach einem geeigneten Praxisunternehmen. Hier sind die Studierenden oft auf sich allein gestellt. Es gibt jedoch Ausnahmen: So übernimmt die private Hochschule der IUBH Dual für ihre Studenten den gesamten Matching-Prozess. Die Studienbewerber werden aber nicht nur bei der Wahl des Partnerunternehmens unterstützt. Auch die Ausbildungsgebühren werden vom Unternehmen getragen.

Dual zu studieren, bedeutet aber auch, einen hohen Druck und Leistungsaufwand auf sich zu nehmen. Durch die Doppelbelastung ist der Einstieg relativ hart und das Familienleben sowie Hobbys kommen oft zu kurz. Das Programm in einer dualen Hochschulausbildung ist straff, sodass die Studierenden die Zügel nicht lange schleifen lassen können. Ein gutes Zeitmanagement, Organisationstalent und Selbstdisziplin sind daher unabdingbar.

Duales Studium vs. Vollzeitstudium – worin unterscheiden sich diese Studienformen?

In einer klassischen Hochschulausbildung studieren die Teilnehmer in Vollzeit an einer Hochschule oder Universität. Wenn sie nebenbei arbeiten, dann höchstens in Form eines Nebenjobs, als Werkstudent oder als Praktikant. Das Studium ist stark wissenschaftlich ausgerichtet und bietet somit einen optimalen Einstieg in eine Tätigkeit in Forschung und Wissenschaft. Praxiserfahrung müssen die Studierenden hingegen meist eigenständig durch Praktika erwerben.

Das duale Studium kombiniert die praktische und die theoretische Ausbildung. Theoretisch erworbenes Wissen kann im Praxisunternehmen sogleich Anwendung finden, während die dort gewonnenen praktischen Kenntnisse helfen können, die Theorie besser zu verstehen. Durch die Erhöhung des Praxisanteils verringert sich allerdings die Möglichkeit der wissenschaftlichen Vertiefung.

Anstatt der Semesterferien gibt es in dualen Studiengängen lediglich die im Ausbildungsunternehmen übliche Anzahl der Urlaubstage. Das typische Studentenleben entfällt komplett. Wer darauf nicht verzichten möchte, ist mit einem herkömmlichen Studium besser bedient. Weitere wichtige Fragen und Antworten, die bei der Entscheidungsfindung helfen können, werden hier beantwortet.

Welche dualen Studiengänge sind besonders beliebt?

Die zweigleisige Wissensvermittlung bietet sich vor allem für technische Fachbereiche wie den Maschinenbau oder die Mechatronik an. Großer Popularität erfreuen sich auch das Wirtschaftsingenieurwesen, die Immobilienwirtschaft und die Bauwirtschaft. Für die soziale Arbeit eignet sich das duale Studium ebenfalls.

In vielen künstlerischen, geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fächern besteht zwar ein großes Interesse, Theorie und Praxis zu verschmelzen, gelungen ist dies bisher allerdings noch nicht. Eine Ausnahme bilden medizinische Berufe, die ein Studium implizieren. Mit Blick auf die Zukunft sind außerdem Studiengänge im Bereich erneuerbare Energien interessant.

Welche Karriereaussichten haben Absolventen dualer Studiengänge?

In der Regel finanzieren die Praxisunternehmen die Hochschulausbildung mit dem Ziel, eigenen Nachwuchs heranzuziehen. Mehr als 80 Prozent der Ausbildungsbetriebe übernehmen die Absolventen dualer Studiengänge direkt. Die wenigen, bei denen das nicht möglich ist, erfreuen sich dank ihres Praxiswissens einer großen Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt.

*Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung der IUBH ermöglicht.

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