In Büchern und im Internet lassen sich zahlreiche Vorschläge für den einen richtigen Lebenslauf für Absolventen finden. Dabei ist es so, dass es natürlich das richtige Muster oder die 1a-Vorlage nicht gibt. Und auch gar nicht geben kann. Zumindest nicht für alle Fachrichtungen. Es gibt allerdings ein paar wichtige Punkte, die es zu beachten gilt.

4 wichtige Regeln für Ihren Lebenslauf Absolvent:

  • Länge: Mehr als zwei Seiten sollte der Lebenslauf in der Regel nicht umfassen. Mit Projekten oder Publikationen schon.
  • Übersichtlichkeit: Stationen und Qualifikationen sollten sinnvoll zusammengefasst werden, das Wichtigste gehört auf die erste Seite.
  • Layout: Leitet den Leser durch den Text und erleichtert das Erschließen des Inhalts. Daher: gut lesbare Schrift, passende Schriftgröße, sinnvolle Elemente wie fett, kursiv, Unterstrich.
  • Leser: Hat wenig Zeit und braucht schnelle Entscheidungen. Erleichtern Sie ihm diese.


Die vier hier genannten Punkte sind eigentlich schon die wichtigsten, anhand derer Sie Ihren Lebenslauf als Student oder Absolvent erstellen können. Aber mit den Beispielen und Mustern wird es natürlich noch klarer:

Immer an den Leser Personaler denken

Obwohl oben als letztes genannt, kommt er hier als wichtigster Punkt an den Anfang. Alles, was Sie sich für Ihren Lebenslauf überlegen, sollte darauf zugeschnitten sein, dass sich ein Personaler, Recruiter, einfach der Mensch, der Ihre Bewerbungsunterlagen liest, sehr wenig Zeit hat. Also muss er einen schnellen Überblick bekommen.

Hier einmal der Lebenslauf eines Ingenieurs:

Lebenslauf-Muster, klassisch

Lebenslauf-Muster, klassisch

Sie sehen auf den ersten Blick:

  • Überschrift: Als Überschrift wurde der (Beispiel-)Name des Kandidaten gewählt. Es ginge auch: Lebenslauf, Curriculum Vitae
  • Oben links steht die Adresse mit Kontaktdaten, Geburtsdatum und -ort. Lassen Sie hier bitte unbedingt Angaben zu Religion, Familienstand und Ihren Eltern und Geschwistern weg. Ebenso wie die Erklärungen davor mit Name:
    Straße:
    Telefon:
  • Oben rechts finden Sie bei diesem Beispiel ein Foto. Sie dürfen dieses gern weglassen, mit Inkrafttreten des AGG dürfen Unternehmen kein Foto mehr von Ihnen verlangen. Wenn Sie ein Foto beilegen möchten, achten Sie bitte auf die entsprechende Qualität. Als Absolvent sollten Sie auf dem Bild einen anderen, seriöseren Eindruck machen als als Praktikant.
  • Stationen auf der ersten Seite: Bei diesem Lebenslauf finden Sie eine Unterteilung in Ausbildungsweg und Praktische Erfahrungen.
  • Statt Ausbildungsweg können Sie auch schreiben: Schule und Studium oder Schule, Zivildienst und Studium – die einzige Bedingung ist, dass es den Inhalt gut beschreibt. Unter diesem Punkt fassen Sie all die Stationen zusammen, die etwas mit Ihrer Ausbildung zu tun haben, also Ihre fachlichen Qualifikationen nachweisen, also Schule, Studium, Ausbildung, eventuell noch Zivildienst, Bundeswehr oder Freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr.
  • Unter Praktische Erfahrungen fassen Sie all die Stationen zusammen, in denen Sie berufsrelevante Praxiserfahrung sammeln konnten. Dazu gehören oft Werkstudententätigkeiten, Arbeit als Studentische Hilfskraft, Tutorien, Praktika, aber auch ehrenamtliches Engagement, wenn es für den Beruf eine Rolle spielt. Wer sich zum Beispiel bei MTP e.V. (Marketing zwischen Theorie und Praxis), einem Formula Student Team etc. engagiert, kann dies auch als Praktische Erfahrung anführen. Unter diesem Abschnitt führen Sie bitte nicht Ihre Nebenjobs an, die finden auf der zweiten Seite Platz. Zu den Praktischen Erfahrungen legen Sie bitte auch die entsprechenden, qualifizierenden Zeugnisse bei.

Der Lebenslauf als Absolvent je nach Branche und Fachrichtung

Als weiteres Beispiel finden Sie hier den Lebenslauf einer Designerin. Hier bietet es sich an, mit anderen Elementen zu arbeiten als bei der eher sachlichen Vorlage des Ingenieurs/BWLers:

Lebenslauf_Design

Lebenslauf_Designerin

  • Achten Sie beim Layout auf Übersichtlichkeit: Wählen Sie also eine Schriftgröße und eine Schriftart aus, die sich gut lesen lässt. Bewährt haben sich hier Schriften wir Garamond, Times New Roman in Schriftgröße 10 bis 12 oder Tahoma, Arial in den Größen 11 bis 12.
    Die Lesbarkeit sollte auch dann gewährleistet sein, wenn man Ihren Lebenslauf auf einem Tablet liest oder mit einem schlechten Drucker ausdruckt. Das spricht auch dafür, eher nicht mit Farben zu arbeiten – oder genau zu testen, ob das schicke Blau am Bildschirm auch als Grau aus dem Laserdrucker gut aussieht;-)
  • Hervorhebungen erleichtern das Lesen ebenfalls: Wenn Sie sich den Lebenslauf oben anschauen, können Sie erkennen, dass der Bewerber Namen und Ort der Hochschule bzw. der Unternehmen jeweils fett gekennzeichnet hat. Damit hebt er genau das hervor, das ihn von anderen Bewerbern unterscheidet!
  • Zusatzinformationen auf der zweiten Seite: In diesem Lebenslauf finden Sie die Zusatzinformationen zu Nebenjobs, Weiteren Qualifikationen, Sprachkenntnissen etc. auf der zweiten Seite. Angaben zu Ihren Nebenjobs können Sie auch weglassen oder zusammenfassen. Meistens ist es aber sinnvoll, diese Jobs mit aufzuführen, weil sie erklären, warum zum Beispiel das Studium länger gedauert hat. Daher geben Sie ruhig auch Wochenarbeitszeiten oder längere Tätigkeiten in den Semesterferien an.
  • Sprach- und EDV-Kenntnisse: Wenn Sie nun Ihre Sprach- und EDV-Kenntnisse anführen, nehmen Sie eine Wertung vor: Wie gut sind Ihre Englisch-Kenntnisse? Wie gut kennen Sie sich mit den jeweiligen Computer-Programmen, Programmiersprachen etc. aus? Dabei können Sie bei den Sprachkenntnissen mit folgender Einstufung arbeiten: Muttersprache, Sehr gute Kenntnisse in Wort und Schrift, Gute Kenntnisse in Wort und Schrift und Grundkenntnisse. Oder Sie verwenden sofort den EU-Sprachenpass oder natürlich ein Zertifikat wie den TOEFL-Test oder das Cambridge Certificate.
    Auch bei den EDV-Kenntnissen helfen natürlich Nachweise zu Schulungen oder Zertifikaten. Man kann aber auch anführen, wie erfahren man mit bestimmten Programmen ist. So können Sie zum Beispiel schreiben:
    Latex:  sehr gute praktische Kenntnisse durch ständige Anwendung während des Studium, u.a. beim Verfassen von Studienarbeiten.
  • Die „Dritte SeiteProjektliste/Publikationsverzeichnis: Wenn es zum Beispiel wichtig ist, dass Sie als Informatiker_in nachweisen, in welchen Projekten Sie bereits Praxiserfahrung sammeln konnten, können Sie auch eine Projektliste beifügen. Dort führen Sie in tabellarischer Form auf, welches Projekt Sie für welchen Kunden mit welchen Anforderungen erstellt haben. Außerdem benennen Sie, welche Programmiersprachen und Programme Sie verwendet haben.
    Das gleiche gilt natürlich auch für Ihr Publikationsverzeichnis, wenn Sie einen wissenschaftlichen Lebenslauf, zum Beispiel während Ihrer Promotionszeit, haben. Hierzu gehören dann Ihre Publikationen, Konferenzbeiträge, Poster etc.
  • Auszeichnungen: Wenn Sie Auszeichnungen erhalten haben, dann fügen Sie diese bitte unbedingt Ihrem Lebenslauf hinzu (– im Anschreiben sollten Sie diese sowieso erwähnen!). Zu den Auszeichnungen gehören Stipendien, Wettbewerbe, Ehrungen.
  • Ehrenamtliches Engagement/Hobbys: Unternehmen betonen immer wieder, dass Ihnen Ehrenamtliches Engagement wichtig ist. Also fügen Sie es bitte unbedingt Ihrem Lebenslauf hinzu. Es zeigt vor allem, dass Sie Schlüsselqualifikationen erworben haben. Oft ergibt sich hier auch die Möglichkeit, erste Führungserfahrungen zu erwerben und Kommunikationsfähigkeiten zu schulen. Bei den Hobbys ergibt sich oft die Frage, ob man zum Beispiel gefährliches Hobbys wie Motorrad fahren angeben soll und diese den Anforderungen der Stelle anpassen sollte. Dazu sollten Sie sich nicht so viele Gedanken machen: Geben Sie die Hobbys an, die Sie aktiv ausüben – sie sind oft ein guter Gesprächseinstieg im Bewerbungsgespräch. 
  • Ort und Datum: Zum Schluss geben Sie noch Ort und Datum an, unterschreiben müssen Sie nicht, wenn Sie den Lebenslauf online verschicken.

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