Die Einstiegsgehälter für Absolventen haben sich in der letzen Zeit gut entwickelt. Wichtig für die Berufseinsteiger, denn zum Abschluss des Studiums stellt sich die spannende Frage nach dem Einstiegsgehalt. Viele sind unsicher, in welchem Rahmen es sich bewegt und welche Vorstellung angemessen ist. Wichtig ist zumindest eine gute Recherche – auch bei der Suche nach Unternehmen, die neben einem angemessenen Einstiegsgehalt mehr zu bieten haben.

In der Regel: Gute Aussichten für Einsteiger

Gegen Ende des Studiums, wenn es in die Bewerbungsphase geht, wird eine Frage zunehmend wichtiger: Was kann ich als Absolventin, als Absolvent als Einstiegsgehalt verlangen? Ihr Gehalt hat natürlich auch immer etwas mit Ihrem Verhandlungsgeschick zu tun. Doch gerade bei den Einstiegsgehältern geht es zunächst einmal darum, sich einen Überblick zu verschaffen. Die meisten Unternehmen geben nämlich relativ enge Spannen an, in denen sich Einsteiger bei Ihnen bewegen. Umso wichtiger, dass Sie sich gut informieren und mit fundierten Informationen in die Verhandlung einsteigen. 

Verschiedene Untersuchungen und Umfragen liefern Ihnen die notwendigen Zahlen. Ein erster Blick lohnt sich im Lohnspiegel der Hans-Böckler-Stiftung (www.lohnspiegel.de). Auch die Vergütungsberatung Personalmarkt (www.personalmarkt.de) aus Hamburg liefert regelmäßig aktuelle Zahlen zum Einstiegsgehalt für Absolventen. Für Berufseinsteiger verwendeten wir die Gehaltsstudie der Personalberatung alma mater, die für ihre Umfrage Unternehmen aus ganz Deutschland nach den Gehältern für Absolventen befragt. Für diese Gehaltsstudie lagen so Zahlen aus 902 teilnehmenden Unternehmen vor.

[Update, 21.3.2016: Leider gibt es Alma Mater nicht mehr und damit ist auch die Gehaltsstudie passé. In diesem Artikel verwenden wir noch die Zahlen aus 2013, daher rechnen Sie bei den Zahlen mit etwas höheren Ergebnissen. Es ist nicht leicht, an exakte Zahlen für Absolventen zu kommen – wir arbeiten daran!]

Im Durchschnitt starteten Absolventen mit einem Gehalt von 42.963 Euro mit Tarifbindung, ohne waren es 38.326 Euro. Die einzelnen Gehälter können allerdings erheblich voneinander abweichen. Dabei spielen verschiedene Faktoren wie Unternehmensgröße, Tarifbindung, Abschluss, Branche und Funktion eine Rolle.

Wichtiger Faktor: Die Unternehmensgröße

Eine wichtige Rolle beim Einstiegsgehalt für Absolventen spielt die Unternehmensgröße. Größere Unternehmen zahlen meistens nicht nur besser, sondern sind in der Regel auch tarifgebunden. Und Tarif bedeutet im Bereich der Einstiegsgehälter, dass Sie besser verdienen als wenn Ihr Unternehmen nicht nach Tarif bezahlt.

Quelle: alma mater

Quelle: alma mater

Dazu kommen weitere Leistungen des Arbeitgebers wie Betriebsrenten, Zuschüsse zu Rentenversicherungen, Versicherungen und Kantinen, Jobticket etc.

Außerdem besteht für Absolventen gerade in größeren Unternehmen oft die Möglichkeit, innerhalb des Unternehmens aufzusteigen und erste Schritte auf der Karriereleiter zu nehmen. Das schlägt sich natürlich schnell im Gehalt nieder.

Faktor Abschluss: Bachelor, Master oder Diplom – was lohnt sich?

Wenn man dann zusätzlich den Abschluss in Betracht zieht, ergeben sich folgende Zahlen:

Einstiegsgehälter nach Abschluss

Einstiegsgehälter nach Abschluss

 

Mittlerweile können die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse in Personalabteilungen gut eingeordnet werden. Zahlreiche Unternehmen geben an, dass sie nicht nach Abschluss bezahlen, sondern die Anforderungen der Stelle zugrunde legen und anhand dessen den Gehaltskorridor bestimmen. Da ist es dann gleich, ob jemand als Bachelor- oder Master-Absolventen einsteigt.

Allerdings: Bachelor-Absolventen verdienen im Durchschnitt etwas weniger als Absolventen mit Master oder Diplom. Dabei starten Bachelor-Absolventen auch zwei Jahre früher in den Beruf, dafür sind die Einstiegsgehälter durchaus ordentlich. Wer dann im Unternehmen die ersten Schritte wagt, vielleicht später noch einen Master draufsattelt, kann bald sehr gut verdienen.

Einstiegsgehälter nach Branche

Die Branchen Banken, Fahrzeugtechnik und Elektrotechnik zahlen am besten. Diese liegen sowohl im Median sowie im 3. Quartil vorne. In den Branchen Fahrzeugtechnik und Elektrotechnik greifen sicher auch die Tarifabschlüsse aus dem letzten Jahr sowie der Faktor, dass hier viele große bis sehr große Unternehmen Einstiegspositionen anbieten. Interessanterweise liegen Unternehmensberatungen/Wirtschaftsprüfer/Steuerberater nicht an der Spitze bei den Einstiegsgehältern. Wenn man bedenkt, dass es hier neben den großen Strategie-Beratungen auch zahlreiche kleinen und mittelständische Beratungen gibt, erklären sich die Ergebnisse.

Zu den am schlechtesten bezahlenden Branchen gehörten der Einzelhandel, die Medien und – weit abgeschlagen – der Tourismus. Der Öffentliche Dienst und Nicht-Regierungsorganisationen bezahlen da schon wieder recht ordentlich und können zudem mit anderen Faktoren punkten. Auch die Zeitarbeitsbranche liegt durchaus im unteren mittleren Bereich. Gerade für Absolventen mit ungewöhnlichen Fächern oder unterdurchschnittlichen Noten kann diese Branche eine Chance zum Einstieg bieten.

Quelle: alma mater

Quelle: alma mater

 

Wenn man die Einstiegsgehälter nach Branche und Funktion betrachtet, fällt auf, dass einzelne Branchen verschiedene Funktionen unterschiedlich vergüten. Hintergrund hierbei ist möglicherweise, dass nicht alle Funktionen in allen Branchen gleichwertig zum Tragen kommen. So wird zum Beispiel in der Unternehmensberatung keine Forschung betrieben und die Funktion Vertrieb spielt im Öffentlichen Dienst kaum eine Rolle.

 

Besonders auffällig ist hierbei die unterschiedliche Vergütung in der Funktion Traineeprogramm, wo sich nennenswerte feststellen lassen. Konzerne sehen Traineeprogramme als Vorbereitung auf Führungsaufgaben vor, und Trainees genießen einen hohen Stellenwert. Andere Branchen schmücken sich gern mit Trainees, entlohnen diese aber kaum besser als ihre Praktikanten. Gerade in den Medien oder in der Werbebranche ist dies gern angewandte Praxis. 

Faktor Region: Mehr Geld in der City?

Wenn man sich die Zahlen der Durchschnittsgehälter anschaut, lässt sich diese Behauptung so nicht aufrechterhalten.

Quelle: alma mater

Quelle: alma mater

 

Zwar ließe sich hier ablesen, dass in Nürnberg, Schleswig-Holstein und im Saarland (ohne Saarbrücken) am besten bezahlt wird. Das deckt sich aber nicht unbedingt mit den Ergebnissen aus den letzten Jahren, in denen zum Beispiel Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen weit vorn lagen. Für Sie sind das natürlich trotzdem wichtige Anhaltspunkte, um in die Verhandlung zu starten.

Praktika und Abschlussarbeiten

Auch zur Bezahlung von Praktika und Abschlussarbeiten für Studentinnen und Studenten wurden Unternehmen befragt.

Quelle: alma mater

Quelle: alma mater

 

Die Tabelle zeigt eine Brandbreite von 328 Euro im Monat in Nichtregierungsorganisationen (NGO/NPO) bis hin zu 858 Euro in der Chemiebranche. Bei Abschlussarbeiten liegt die Bandbreite zwischen 336 Euro im Öffentlichen Dienst bis hin zu 1.392 Euro in der Konsumgüterindustrie.

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