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Einfach gute Präsentationen! Mehr als PowerPoint & Co.

Präsentation, Vortrag Bild: paiphoto/photocase.de

Präsentation, Vortrag Bild: paiphoto/photocase.de

Wer kennt das nicht? PowerPoint-Schlachten, vom Beamer abgelesene Texte, von Folien erstellte Handouts – gern auch mal „betreutes Lesen“ genannt. Dabei geht es auch ganz anders, wenn man sich an ein paar Grundregeln für gute Präsentationen hält. Und bereit ist zu lernen, Neues auszuprobieren. Und sehr viel zu üben!

Dabei geht es nicht darum, PowerPoint oder auch eine andere Präsentationssoftware wie Keynote zu verdammen. Schließlich sind Sie im Joballtag oft dazu verpflichtet, bereits gestaltete Vorlagen in PowerPoint zu verwenden. Das ist im Sinne eines Corporate Designs und einer unternehmensweiten Bildsprache auch sinnvoll. Oftmals haben Sie aber ja die Möglichkeit, ergänzend zu den Folien ein Flipchart, eine Metaplanwand oder auch andere Elemente mit einzusetzen.

In diesem Beitrag geht es darum, ein paar Grundregeln guter Vorträge anzuwenden und Ihre Vorträge oder Präsentation trotz PowerPoint lebendig und anschaulich zu gestalten.

5 Tipps für gute Präsentationen in Kürze:

  1. Fangen Sie rechtzeitig mit der Vorbereitung an. Dabei muss der Vortrag zu Beginn alles andere als perfekt sein. Es geht allein ums Anfangen.
  2. Lassen Sie sich nur auf Themen ein, die Sie auch inhaltlich ausfüllen können und bei denen Sie über solides Grundwissen verfügen.
  3. Überlegen Sie sich eine Dramaturgie für Ihren Vortrag, bauen Sie Spannungsmomente ein, visualisieren Sie Inhalte, suchen Sie Bilder und feilen Sie an Ihrem Inhalt.
  4. Üben Sie Ihren Vortrag, Ihre Präsentation einige Tage vor dem Termin mehrmals. Das hat zwei Effekte: Sie werden sicher und merken zudem, wo der Inhalt noch nicht stimmig ist.
  5. In mehreren Korrekturschleifen von Üben, Ändern, Üben, Ändern reift Ihr Vortrag allmählich zu einem guten, dann sehr guten Vortrag heran.

Die Vorbereitung für Ihre Präsentation – der Titel

Sobald Sie sich bereit erklärt haben, eine Präsentation oder einen Vortrag zu halten, wird man Sie bitten, einen Titel mit einer kurzen Erläuterung zu schicken. Überlegen Sie sorgfältig, welchen Titel Sie wählen. Meistens hilft es, einen reißerischen, aufrüttelnden Titel zu nehmen, der dann näher erläutert wird.

Zum Beispiel:

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Ach, Geld ist nicht so mein Ding! Wie Frauen mal eben so ihre (finanzielle) Zukunft aufs Spiel setzen.

Blutbank Konzern – Wie Gobal Player ihre Mitarbeiter aussaugen (und die das auch noch gut finden)

Probieren Sie einfach mal verschiedene Entwürfe aus und lassen Sie diesen unbedingt ein paar Stunden liegen. Am besten, Sie besprechen sich auch mit ein, zwei anderen Personen und holen sich Feedback ein.

Tipp: Seien Sie eher mutig als zu zaghaft! Auch ein trockenes Thema kann durch einen guten Titel beworben werden. Auch Mitarbeiter, die auf Jobmessen die Besucher durch Karrierevorträge für ihr Unternehmen begeistern möchten, sollten sich das zu Herzen nehmen. So erreichen Sie mehr Zuhörer!

Die Vorbereitung für Ihre Präsentation – Informationen einholen

Bei der Vorbereitung für Ihre Präsentation sammeln Sie erst einmal:

  • Zielgruppe: Wer sind Ihre Zuhörer? Haben diese Ahnung von Ihrem Thema? Vor wie vielen Zuhörern werden Sie sprechen?
  • Zeit: Wie viel Zeit steht Ihnen zur Verfügung? Soll es eine Fragerunde zum Abschluss geben oder gibt es zwischendrin die Möglichkeit, Fragen zu stellen? Brauchen Sie also einen Puffer von zirka zehn bis 15 Prozent für die Zuschauerbeteiligung?
  • Technik/Ort: Wie ist der Ort, welche technischen Möglichkeiten gibt es? Vor allem auch: Gibt es einen Ansprechpartner für die Technik vor Ort? Benötigen Sie einen eigenen Rechner, Adapter? Wie ist die Akustik? Werden Sie mit Mikrofon oder Headset arbeiten oder ohne akustische Verstärkung sprechen (müssen)?

Die Vorbereitung für Ihre Präsentation – Der Aufbau

Für den Aufbau Ihrer Präsentation brauchen Sie Ruhe. Arbeiten Sie zunächst ohne Technik. Schreiben Sie Inhalte auf Post-Its und sammeln Sie diese erst einmal ungeordnet. Dann machen Sie sich an die Dramaturgie.

  • Sie können zum Beispiel die Lösung eines Problems an den Anfang setzen und dann erläutern, wie Sie dazu gekommen sind: „Die Klimakatastrophe – wir haben Sie gelöst!“ Niemand wird ernsthaft davon ausgehen, dass Sie wirklich DIE Lösung gefunden haben. Aber man wird doch neugierig sein, was Sie zu dem Thema zu sagen haben. (Zu sehr dürfen Sie Ihrer Zuschauer allerdings nicht enttäuschen, Sie sollten wirklich ein gutes Produkt präsentieren!).
  • Oder Sie erzeugen einen Spannungsbogen, in dem erst Ihre Probleme schildern. Und dann ganz zum Schluss die Lösung präsentieren:
    „Der Gender Pay Gap beträgt über 20 Prozent. Auch Frauen und Männer in Führungspositionen werden unterschiedlich bezahlte […] Für die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland wird das zu enormen Herausforderungen führen. Und zwar, weil […] Wir haben einen Lösung gefunden, die so verblüffend einfach ist, dass man es kaum glauben kann: [Pause] Lösung!“
  • Beziehen Sie Ihre Zuhörer durch Fragen direkt mit ein: Bei einem Vortrag zum Thema „Netzwerken“ kann man zum Beispiel fragen: „Wer von Ihnen versteht sich als ‚Netzwerker‘?“ Wenn jetzt nur wenige aufzeigen (Schüler, Studierende), fragen Sie weiter: „Wer spielt denn Fußball, geht reiten oder ist in einem Karnevalsverein?“ Wahrscheinlich gehen jetzt sehr viele Hände nach oben. „Also sind Sie alle bereits ‚Netzwerker‘! Ich erkläre Ihnen, warum!“
  • Sie können sich auch einzelne Übungen überlegen, bei denen Sie Ihre Zuhörer beteiligen. Das funktioniert zum Beispiel sehr gut, wenn Sie zum Thema Körpersprache vortragen: Bitten Sie einfach jemanden auf die Bühne und demonstrieren Sie effektvoll Auswirkungen nonverbaler Kommunikation.
  • Überlegen Sie sich eine Kommunikationsstrategie! Was genau wollen Sie mit Ihrer Präsentation erreichen? Ein neues Projekt durchsetzen? Dann sollten Sie sich bereits vorab der Unterstützung von Kollegen versichern. Den Fortgang eines Projekts beschreiben, Meilensteine aufzeigen, Lösungen aufzeigen und Probleme benennen? Auch hier holen Sie sich bereits vorab Feedback von beteiligten Personen.Tipp: Dem besonders kritischen Kollegen, der immer ein Haar in der Suppe findet, geben Sie Ihre Präsentation am besten vorab zur Korrektur. Dann kann er nicht mehr in der Sitzung gegen Sie arbeiten!

Die Elemente Ihrer Präsentation – Folien, Flipchart, Metaplanwand und mehr!

PowerPoint/Keynote: Je nachdem, ob Sie sich nach den Vorgaben Ihres Unternehmens richten müssen, haben Sie natürlich mehr oder weniger Freiheiten. Unabhängig davon gilt aber:

  • Reduce to the max: Wenn Sie Ihre Folien entwerfen, können Sie gern mit ganz viel Text auf den Folien starten – wenn Sie sich dann von zirka 90 Prozent davon wieder verabschieden! Nehmen Sie sich einfach Ihre Folien immer wieder vor und kürzen, streichen, kürzen Sie! Meistens reichen Stichworte – Sie sind ja mit dabei, um alles zu erläutern.
  • Bilder, Zeichnungen, Symbole: Menschen mögen Bilder und können sich diese auch meist gut merken. Suchen Sie daher nach aussagekräftigen Bildern. Achten Sie bitte darauf, dass Sie die Nutzungsrechte für diese Inhalte erwerben bzw. klären.
  • Grafiken: Auch hier gilt: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – aber nur wenn man es auch gut erkennen kann. Bereiten Sie als Ihre Grafiken leserfreundlich auf.
  • Handout: Ihre Folien sind für die Präsentation. Ihre Zuschauer erhalten hinterher eine Zusammenfassung, die ausführlicher ist als diese. Hier können Sie auch Literaturangaben, Links etc. einbinden.
  • Schriften: Unabhängig, welche Schrift Sie wählen, achten Sie darauf, dass diese gut lesbar sind. Auch die Größe spielt eine wichtige Rolle sowie die Abstimmung der einzelnen Elemente aufeinander.
  • Effekte: Binden Sie Effekte wie Verblassen, Einfliegen, Würfel etc. nicht um ihrer selbst willen ein. Jeder Effekt sollte einen Zweck erfüllen und innerhalb einer Präsentation kongruent sein.

Prezi: Die Präsentationssoftware Prezi bekommt hier einen eigenen Punkt, weil sie sich im Ansatz und in der Benutzung doch um einiges von PowerPoint und Keynote unterscheidet.

  • Bei einer Präsentation mit Prezi hat man oft den Eindruck, also würde man durch die einzelnen Punkte „fliegen“. Tatsächlich bekommt man zu Beginn ein Bild, bei dem meist eine Aufsicht auf die einzelnen Punkte zu sehen ist, die sich dann im Laufe der Präsentation ergänzen und genauer erläutert werden. Hier einmal ein Beispiel:
  • Die Erstellung einer Prezi-Präsentation ist ziemlich einfach und vieles erschließt sich automatisch. Für den Anfang kann man auch sehr gut mit den vorgeschlagenen Templates, zum Beispiel diesem hier für den Bereich Sales & Marketing, arbeiten.
  • Die vielen Möglichkeiten können einen dazu verführen, das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Achten Sie also immer wieder darauf, dass es bei Ihrem Thema womöglich nicht um möglichst viele bunte Bilder geht.
  • Prezi ist eine webbasierte Software und für den Start reicht auch ein Enjoy-Account. Auch hier können Sie bereits einstellen, wer Ihre Prezi sehen darf. Mehr Möglichkeiten bieten natürlich ein Pro-Account oder eine Account für Teams. Zu den verschiedenen Accounts finden Sie hier die entsprechenden Informationen. Schüler, Studierende und Lehrende erhalten besondere Konditionen.

Flipchart: Ein Flipchart lässt sich sehr vielfältig einsetzen. So können Sie Ihre Folien bereits vorbereiten und in der Veranstaltung zeigen. Oder Sie nutzen diesen, um „live“ auf bestimmte Punkte hinzuweisen. Hier ein paar wichtige Tipps:

  • Drehen Sie das Papier um, so dass man keine Kästchen sieht. Für Sie als Zeichner bleiben diese weiterhin zu sehen;-)
  • Zeichnen Sie einen Rahmen. Das sorgt für einen Kontrast zum meisten weißen Metall des Flipcharts.
  • Besorgen Sie sich gute Stifte. Ihre Stifte sollten prallvoll mit Tinte sein. So richtig PRALLVOLL! Trainer schwören meist auf Neuland-Stifte, die allerdings wesentlich teurer als andere sind. Ehrlich gesagt, diese Investition lohnt sich.
  • Weniger ist mehr! Auch hier brauchen Sie auf dem Papier nur sehr wenig Inhalt. Meist reichen einzelne Zahlen oder ein Symbol.

Metaplanwand/Pinboard: Auch eine Metaplanwand oder ein Pinboard kann eine sehr gute Ergänzung sein oder auch einzeln bei einer Präsentation genutzt werden. Üblicher ist allerdings der Einsatz bei Workshops oder Trainings. Hier nur ein paar einfache Tipps für den Einsatz:

  • Sorgen Sie für ausreichend Nadeln.
  • Testen Sie einmal, wie leicht oder schwer sich die Nadeln in das Board bekommen lassen.
  • Paketpapier sorgt für mehr Ruhe anstatt des aufdringlichen Blaus, das man normalerweise findet.
  • Stellen Sie das Boards, die Boards an den Platz, den Sie sich wünschen. Während einer Veranstaltung ist es doch meist recht unhandlich.

Links und Buchtipps:

  1. Gute Zusammenfassung, vor allem die Titel – den mit der Blutbank Konzern fand ich am Besten! Danke. Ich würde gerne noch mehr über Prezi erfahren – mag aber auch den Impuls, so viel freie, direkte Rede zu den Zuhörer/innen wie möglich und nur so viel Technik als Unterstützung wie nötig. Weniger ist (manchmal) mehr.

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