Statt einer Bewerbungsmappe per Post bevorzugen die meisten Unternehmen mittlerweile die E-Mail-Bewerbung oder gleich eine via Online-Formular. Gerade mittlere und kleinere Unternehmen begrüßen es, wenn sich Bewerber per E-Mail bewerben. Hier finden Sie unsere Tipps für die erfolgreiche Bewerbung übers virtuelle Postfach. Diese Punkte gibt es zu beachten:

1. Unterlagen auf die Betrachtung am Bildschirm ausrichten

Bei der Erstellung der Unterlagen, also Lebenslauf und Anschreiben, achten Sie wie sonst auch auf wichtige Punkte wie Übersichtlichkeit und eine gute Aufteilung Ihrer Stationen. Ein paar Anregungen dazu finden Sie hier in unseren Lebenslauf-Mustern. Überprüfen Sie aber zusätzlich, wie Ihre Unterlagen wirken, wenn man sich diese auf einem Bildschirm anschaut, vielleicht sogar auf einem Smartphone oder Tablet. Und, ganz wichtig: Wie wirken diese, wenn sie schwarz-weiß ausgedruckt werden.

Tipp: Hellere Farben sind dann schlecht zu lesen und sollten nicht eingesetzt werden.

Hier einmal die Tipps kurz zusammen gefasst:

  • Verwenden Sie eine Schriftgröße, die sich gut am Bildschirm lesen lest.
  • Meistens bietet sich eine Schrift mit Serifen eher an (z.B. Times New Roman) als eine serifenlose wie Arial.
  • Wählen Sie eine Schriftgröße zwischen 11 und 12.
  • Arbeiten Sie mit Auszeichnungen wie fett und Unterstreichungen.

2. Verzichten Sie auf ein Deckblatt

Der Leser kann es sowieso nicht beachten, dafür sind zu wenig Informationen vorhanden und wird gleich zur ersten Seite des Lebenslaufs gehen. Daher sollte dieser das Foto und die wichtigsten Informationen, also Ihre Berufserfahrung bzw. Ihr Ausbildungsweg und praktische Erfahrungen bei Absolventen, auf einen Blick zeigen.

3. Verwenden Sie Ihr Anschreiben doppelt

Das ausformulierte Anschreiben hängen Sie als PDF an die E-Mail-Bewerbung an. Zusätzlich können Sie vier bis sechs Sätze formulieren, die „Lust“ auf mehr machen. In etwa so:

Sehr geehrter Herr Müller,

momentan schreibe ich meine Abschlussarbeit im Bachelor-Studiengang BWL an der Universität zu Köln mit dem Thema „Issue Management im Vergleich von Unternehmen X zu Unternehmen Y“. Auf dieses Thema bin ich durch mein Praktikum in der Unternehmenskommunikation bei XY GmbH gekommen, bei dem ich […]“

 

Natürlich ist das Anschreiben dadurch doppelt vorhanden. In diesem Fall ist es aber durchaus sinnvoll, da so schnell Aufmerksamkeit geweckt wird. Anregungen für gute Anschreiben finden sich hier in unseren Muster-Anschreiben.

4. Eine Signatur anfügen

Damit man schnell Kontakt zu Ihnen aufnehmen kann, fügen Sie an Ihre E-Mail-Bewerbung ein Signatur mit Namen, Adresse, Telefonnummer und auch Links zu Ihren Online-Profilen wie Xing oder LinkedIn an. Wenn Sie diese Profile angeben, achten Sie auch darauf, dass Sie darüber erreichbar sind. Sollten Sie über eine Website verfügen, gehört diese natürlich auch dazu.

5. Eine seriöse E-Mail-Adresse verwenden

LoverLover-Mail

Adressen wie loverlover@webmail.de gab es tatsächlich. Diese wie auch hasi@web.de haben natürlich in einer Bewerbung nichts zu suchen. Stattdessen empfiehlt es sich, eine seriöse E-Mail-Adresse einzurichten, über die die berufliche Kommunikation laufen kann.

6. Fassen Sie alle Unterlagen in einem PDF zusammen

An die E-Mail hängen Sie Ihre Unterlagen als einen Anhang im PDF-Format an – bitte nicht in einzelnen Dokumenten. Denn so müsste sich der Empfänger jedes PDF einzeln anschauen. Wer Adobe Acrobat benutzt, kann diese einfach zusammenfügen und trennen. Aber auch mit kostenlosen Programmen wie PDFsam oder 7-PDF-Split & Merge (Mac & Windows) lässt sich das erledigen.

7. Dateigröße beachten

Mittlerweile darf der E-Mail-Anhang auch größer als 2 MB sein, aber wesentlich mehr als 5 MB sollten es nicht sein.  Mit dem PDF Creator24 lassen sich PDFs herunterrechnen und komprimieren. Hiermit lassen sich auch einzelne Seiten lösen und wieder einfügen. Das Programm läuft unter Windows (bis Version 10).

8. Nachfragen, wenn keine Reaktion erfolgt

Sollte nach einer – meist automatisch versendeten – Empfangsbestätigung keine weitere Reaktion erfolgen, sollte man auf jeden Fall nach zwei bis drei Wochen nachfragen. Man muss ja schließlich wissen, woran man ist.

9. Mit Schlüsselwörtern punkten

Mit Schlüsselwörtern können Sie auch in einer E-Mail-Bewerbung das Interesse des Personalers wecken. Dabei hilft es, möglichst konkret zu werden.

  • Wo haben Sie was wie lange studiert?
  • Mit welcher Note haben Sie abgeschlossen?
  • Welche Berufserfahrung bringen Sie mit? Ganz konkret: Bei welchen Projekten haben Sie mitgearbeitet? Welche Erfolge konnten Sie erzielen?
  • Nennen Sie ruhig auch Zahlen: Umsatzsteigerung um 10 Prozent, Verringerung der Kosten um 12 Prozent

10. Nicht nur auf einen Weg verlassen

Ganz gleich, für welchen Weg der Bewerbung Sie sich entscheiden, ob mit einer Bewerbungsmappe, per E-Mail oder per Online-Formular, Sie sollten laufend Ihre aktuellen Bewerbung im Blick haben. Nachfragen, wenn keine Reaktion erfolgt. Überlegen, wo Sie Vertreter eines Unternehmen im realen Leben treffen könnten – zum Beispiel auf einer Karrieremesse oder einer Recruiting-Veranstaltung.

Hier die Checkliste für Ihre E-Mail-Bewerbung:

  • Erstellen Sie Ihren Lebenslauf als PDF. Achten Sie dabei auf gute Lesbarkeit am Bildschirm.
  • Erstellen Sie Ihr Anschreiben als PDF. In einer E-Mail-Bewerbung hängen Sie das Anschreiben an und schreiben einen kurzen Einleitungstext in die Mail, der sofort Interesse weckt.
  • Erleichtern Sie die Kommunikation: Signatur verwenden, Betreff schlüssig angeben, seriöse Mail-Adresse benutzen.
  • Scannen Sie alle Unterlagen ein. Achten Sie ggf. auf die Datenmenge.
  • Verwenden Sie Schlüsselwörter wie Studienfach, Hochschule, Programme, Programmiersprachen, weitere Kenntnisse und Erfahrungen in möglichst konkreten Begriffen.
  • Gehen Sie über die Online-Kommunikation hinaus: Sprechen Sie mit Unternehmensmitarbeitern auf Karrieremessen, fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar in einer Stellenanzeige ist, knüpfen Sie Kontakte über (Online-)Netzwerke wie Xing oder Linkedin.

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