Arbeitnehmer wie Arbeitgeber sehen sich oft der Frage gegenüber, welcher Arbeitsplatz angemessen ist und welcher eher eine Zumutung. Müssen beispielsweise so viele Menschen in dem kleinen Büro sitzen? Was vielen nicht klar ist: Es gibt eine Verordnung über Arbeitsstätten, in denen diese Fragen geklärt sind.

Wenn ein Arbeitsplatz danach ausgerichtet ist, kann der Mitarbeiter nichts machen. Nicht geklärt ist darin allerdings die Arbeit an einem Bildschirm – diese wird in einer speziellen Bildschirmarbeitsverordnung aufgegriffen.

Wir haben mal die wichtigsten Punkte, die in den beiden Verordnungen aufgeführt sind, zusammen gestellt. Dadurch ist es gewährleistet, dass Mitarbeiter einen Arbeitsplatz erhalten, an dem sie ihre Aufgaben effektiv erledigen können. Dass die Mitarbeiter zufrieden sind, ist außerdem positiv für das Unternehmen: Durch Zufriedenheit werden Aufgaben meist schneller erledigt als bei Frust.

Sicherheit am Arbeitsplatz

Nach der Arbeitsplatzverordnung ist es wichtig, dass das Betreten der Räumlichkeiten mit keinem Sicherheits- und Gesundheitsrisiko für den Arbeitnehmer verbunden ist. Dabei ist der Stand der Technik zu berücksichtigen; wenn eine Gefahr daher vor einigen Jahren noch nicht verhindert werden konnte, so muss das Unternehmen nachrüsten, sobald es eine Möglichkeit zur erhöhten Sicherheit gibt. Außerdem muss das Unternehmen die Räumlichkeiten instand halten. Festgestellte Mängel müssen schnell beseitigt und die hygienischen Anforderungen erfüllt werden.

Sobald Verunreinigungen oder Ablagerungen auftreten, die zu Gefährdungen führen können, sind diese zu beseitigen. Neben den üblichen Fluchtwegen und Feuerlöscheinrichtungen hat der Arbeitgeber außerdem dafür zu sorgen, dass Nichtraucher vor dem Passivrauchen geschützt werden. In einigen Fällen hat er darum das Recht, ein Rauchverbot in einzelnen Bereichen oder sogar im ganzen Betrieb umzusetzen.

Räumlichkeiten

Mitarbeiter benötigen ein genügend großes Büro. Auf engstem Raum arbeitet niemand gern. Ein Großraumbüro sollte außerdem über hohe Wände und vor allem Fenster verfügen, damit ein Luftaustausch gegeben ist. Neben einem Büro benötigt man auch einen Pausenraum; laut Gesetz sind Arbeitgeber bei mehr als zehn Angestellten dazu verpflichtet, diesen anzubieten. Je nach Art der Tätigkeit sind ebenfalls Erste-Hilfe-Räume nötig. Die sanitären Einrichtungen, in einem Unternehmen reichen in den meisten Fällen Toiletten, fallen ebenfalls in die Verordnung und müssen bereitgestellt werden. Optional je nach Arbeitstätigkeit ist außerdem ein Wasch- und Umkleideraum. Diese Räume müssen außerdem geschlechtergetrennt und abzuschließen sein, um die Privatsphäre zu wahren.

Dies sind die wichtigsten Bestimmungen, an die sich Arbeitgeber halten müssen. Allerdings klärt dies nicht die Frage nach dem Schreibtisch oder nach der Größe des Bildschirms. Bei den heutigen Bürojobs, bei denen die Mitarbeiter an einigen Tagen bis zu zehn Stunden oder noch länger an ihrem Platz sitzen, ist dies aber wichtig. Sonst treten womöglich Problem wie Rückenschmerzen auf. Aus diesem Grund gibt es die Bildschirmarbeitsverordnung, in der die Richtlinien für diese Arbeitsweise festgehalten sind.

Ergonomische Arbeitsweise

Der Arbeitsplatz ist ergonomisch zu gestalten. Dies bedeutet, dass der Arbeitnehmer eine flexibel einzustellende Tastatur verlangen kann; es ist beispielsweise ergonomischer, wenn die Tasten leicht gewölbt sind und die Tastatur zudem vorne und nicht hinten nach oben gestellt wird; die Handgelenke liegen gerader auf, die gesamte Haltung ist entspannter. Der Schreibtisch muss außerdem eine große Arbeitsfläche besitzen und eine flexible Anordnung des Bildschirms, der Tastatur und der sonstigen Arbeitsmittel ermöglichen. Höhenverstellbar muss der Tisch nicht sein, es ist aber eine ergonomische Arbeitshaltung zur Verfügung zu stellen; beispielsweise durch einen Schreibtischstuhl, der den Rücken optimal unterstützt, oder eine Fußstütze. Der Arbeitsplatz muss außerdem genug Raum zur Verfügung stellen, dass die Sitzhaltung variiert werden kann.

Sonstige Gestaltung der Büros

Bei einem Bildschirmarbeitsplatz ist es außerdem wichtig, dass alle Oberflächen blendfrei sind. Die Helligkeit ist ebenfalls zu beachten; wenn zwischen dem Umgebungslicht und der Bildschirmhelligkeit ein zu starker Kontrast besteht, werden die Augen stark angestrengt. Außerdem darf das künstliche wie auch das natürliche Licht den Mitarbeiter nicht blenden. Hierfür ist darauf zu achten, wie die Lampen installiert werden und dass ein Vorhang oder eine Jalousie an den Fenstern angebracht ist. Der Bildschirm selbst muss ausreichend groß sein und darf keine technischen Defekte, wie ein Flimmern, aufweisen.

Die gesetzlichen Vorschriften zum Arbeitsplatz sind vielfältig. Ein nach diesen Punkten aufgebautes Büro ist aber ein Ort, um effektiv seine Aufgaben zu erledigen und wird Arbeitnehmer wie -geber zufrieden stellen.