Die Diplom-Informatikerin Claudia Kimich kennt sich mit Verhandeln aus. Ihr Erfahrungen gibt sie in Trainings und Vorträgen weiter. Karriereletter beantwortete sie ein paar wichtige Fragen zur Gehaltsverhandlung für Einsteiger.

Richtig oder falsch? Als Einsteiger habe ich doch kaum Möglichkeiten, mein Gehalt zu verhandeln? 

Claudia Kimich ist Diplom-Informatikerin, systemischer Coach und Autorin des Buches „Um Geld verhandeln“. Nach IT- bzw. Vertriebsleitungspositionen trainiert und coacht sie seit 1998 für Gehalts-, Honorar- und Preisverhandlung, Selbstmarketing und Schlagfertigkeit. Ihr Erfolgsrezept liegt in ihrer professionellen und authentischen Art, gewürzt mit Kreativität und einer klar strukturierten Vorgehensweise. Bild: Sabine Fritz

Claudia Kimich ist Diplom-Informatikerin, systemischer Coach und Autorin des Buches „Um Geld verhandeln“. Nach IT- bzw. Vertriebsleitungspositionen trainiert und coacht sie seit 1998 für Gehalts-, Honorar- und Preisverhandlung, Selbstmarketing und Schlagfertigkeit. Ihr Erfolgsrezept liegt in ihrer professionellen und authentischen Art, gewürzt mit Kreativität und einer klar strukturierten Vorgehensweise. Bild: Sabine Fritz

Ganz falsch: auch der Einsteiger hat ein Vorleben, das er in die Waagschale werfen kann, z.B. ehrenamtliche Führungsqualitäten, Sprachen oder besondere Studienaktivitäten und vieles mehr. Die wichtigste Einstellung – meiner Meinung – ist dabei, dass das Unternehmen sich genau so beim Einsteiger bewirbt, wie der Einsteiger beim Unternehmen.

Was mache ich denn, wenn ich den Job unbedingt haben will, das Geld aber nicht stimmt?

 Das ist leider eine ungeschickte Ausgangssituation, vor allem wenn der Unterschied über 20 Prozent ausmacht. Ultimativer Lösungstipp:“ In der Probezeit, arbeite ich zu Ihren Konditionen, danach zu meinen!“ Das zeigt Selbstbewusstsein und macht den Weg für eine Zusammenarbeit wieder frei. VORSICHT: Nur drauf einlassen, wenn dieser Deal schriftlich fixiert wird.

„Wir zahlen unseren Einsteigern nur diese Summe.“ – Kann ich davon ausgehen, dass das stimmt? 

Die Chance steht 50/50, dass das stimmt. Erfahrungsgemäß gibt es immer einen, der mehr verdient. Also: hartnäckig bleiben, die eigenen Besonderheiten herausstellen und weiter verhandeln, zum Beispiel durch Fragen wie „Was müsste eine Einsteiger Ihnen denn bieten, damit Sie ihm mehr zahlen?“

Viele Unternehmen zahlen ja nach Tarif. Da gibt es doch gar keinen Verhandlungsspielraum? 

Das ist ein viel erzähltes und meist geglaubtes Märchen … Zum Einen kommt es immer darauf an, in welche Stufe Sie eingruppiert werden und da ist sehr wohl Verhandlungsspielraum. Zum Anderen gibt es in jedem Tarifvertrag mindestens drei Klauseln zum Thema Sonderzahlungen, die Sie nur dann ausschöpfen können, wenn Sie den entsprechenden Tarifvertrag gelesen haben. Auf die Frage, wer den Tarifvertrag gelesen hat, ernte ich immer beredtes Schweigen in meinen Workshops und Decke und Fußboden werden auf einmal sehr interessant. Lesen bildet!

Wie gehe ich mit folgenden Fragen/Aussagen um: „Lernen Sie erst einmal was?“, „Sie können froh sein, dass wir Ihnen bei Ihren Noten/Ihrer wenigen Erfahrung dieses Gehalt anbieten! 

„Aufstehen und gehen! Ja, das meine ich ernst. Wer im ersten Gespräch schon keine Wertschätzung zeigt, wird das auch nachher im Arbeitsverhältnis nicht tun. Falls die Noten tatsächlich schlecht sind, dann ist der Weg zum ersten Arbeitsplatz sicher über persönliche Kontakte und Empfehlungen leichter und ergiebiger.
Mögliche schlagfertige Antwort: „Ja, hacken Sie jetzt auch noch auf meiner Prüfungsangst ‚rum.“ Dann wird der Personaler zumindest mal über seine Ausdrucksweise nachdenken…

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