Die Entscheidung für einen Beruf fällt vielen Studenten schwer. Auch kurz vor den letzten Prüfungen will der richtige Job sich bei einigen angehenden Absolventen einfach nicht herauskristallisieren.

Es empfiehlt sich daher, sich einmal umfassend mit seinen Möglichkeiten zu befassen. Gerade im sprachlichen Bereich bieten sich einige interessante Berufsbilder, die sich rund um das geschriebene und gesprochene Wort drehen. Ein besonders interessantes und vor allem vielseitiges Berufsbild ist das des Übersetzers. In beinahe jedem Bereich des alltäglichen und weniger alltäglichen Lebens haben Übersetzer eine Möglichkeit, sich zu etablieren und ihre Kompetenzen auszuüben.

Die vielen Gesichter des Übersetzer-Berufs

Schon seit etlichen Jahren sind Übersetzer aus vielen Bereichen der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Sie in der Öffentlichkeit wenig präsent, da sie viel im Hintergrund arbeiten. Sie übersetzen geschriebene Texte aus Büchern, Betriebsanleitungen und Zeitschriften. Im Fernsehen sind sie zu sehen und zu hören, wenn ein fremdsprachiger Gast in der Fernsehshow die Bühne betritt und seine Worte für die Zuschauer vor dem Fernseher in Echtzeit übersetzt werden soll. Gerade die letzte Möglichkeit, also das direkte Dolmetschen gesprochener Worte, erfordert großes Können und verlangt dem Profi einiges ab. Nur wenn er flexibel, spontan und vor allem schnell auf die vorliegenden Informationen reagieren kann, erhält der Zuschauer eine passende Übersetzung. In solchen Fällen sind seine Fähigkeiten also maßgeblich verantwortlich für die Qualität der Unterhaltung.

Studenten, die den Beruf des Übersetzers anstreben, haben also einige Möglichkeiten, verschiedene Arbeitsumgebungen und -weisen auszuprobieren, bevor sie sich für einen bestimmten Zweig entscheiden. Manch gefragter Übersetzer agiert sogar auf mehreren Feldern gleichzeitig und bietet seinen Kunden hierdurch ein breites Leistungsspektrum.

Gesucht in jedem Sprachraum

Im Prinzip braucht man für jede Sprache dieser Welt einen Übersetzer, denn dank der fortschreitenden Globalisierung wird unter anderem auch in der Wirtschaftswelt schon lange über alle Grenzen hinweg kommuniziert. So sind sie in Unternehmen und in der Politik zu finden. Sie beteiligen sich an Diskussionen, Verhandlungen und sorgen für Verständnis der Parteien untereinander. Gerade in diesen speziellen Bereichen genügt ein „gewöhnlicher“ Wortschatz nicht, denn Fachbegriffe sind in Politik und Wirtschaft an der Tagesordnung. Um Verhandlungen nicht zu gefährden und das gemeinsame Vorankommen nicht zu bremsen, müssen Übersetzer hier sehr wortgewandt sein und sich auch im jeweiligen Fachbereich gut auskennen.

Neue Medien als Konkurrenz

Unwissende raten oft vom Beruf des Übersetzers ab, denn bei all den Übersetzungsdiensten wie beispielsweise Google Translate könnte dieser Beruf irgendwann aussterben, so die Argumentation. Dieses Vorurteil – so weit verbreitet es inzwischen auch sein mag – ist jedoch grundlegend falsch. Ein Übersetzungstool mag für den Privatgebrauch sinnvoll sein, kann jedoch mit professionellen Übersetzern keineswegs mithalten. Im Artikel „Übersetzer werden in Zeiten von Google Translate und Co. – Wichtige Tipps für Einsteiger“ räumt Yigit Aslan, Geschäftsführer vom Übersetzungsbüro Easytrans24.com, in mit diesem Vorurteil auf. Er nennt besonders das menschliche Denken als Hürde, die automatisierte Übersetzungsdienste nicht einkalkulieren können. So wird ein menschlicher Übersetzer in der professionellen Berufswelt auch gegenüber hochwertigen Automatismen stets die Nase vorn haben. Auch wird im Artikel deutlich, dass ein Übersetzer seinen Job nur dann wirklich gut ausüben kann, wenn er die betreffende Sprache muttersprachlich beherrscht. Dies gilt auch für Studenten, die während ihrer Kindheit zweisprachig erzogen worden sind und gleich zwei Sprachen als Muttersprache vorweisen können.

Konkurrenzdruck und Einkommen

Für gewöhnlich arbeiten Übersetzer auf selbständiger Basis von Zuhause aus. Verschiedene Kunden unterschiedlicher Gattung und Herkunft buchen diesen je nach Fachgebiet und Spezialisierung. Für einen Übersetzer ist es daher besonders wichtig, dass er seiner Kundschaft gegenüber klar und deutlich aufzeigt, welche Leistungen sie von ihm erwarten kann. Allen Informationen voran geht hier natürlich die betreffende Sprache, auf die sich die Übersetzungsdienste beziehen. Allgemein gibt es auf dem freien Markt viele Anbieter, die nach Kunden suchen. Der Konkurrenzdruck kann für einen Neueinsteiger auf diesem Gebiet anstrengend sein. Um sich dauerhaft von der Konkurrenz abzuheben, sollten Übersetzer sich auf ihre Qualität berufen und kompromisslos hochwertige Leistungen erbringen und positive Bewertungen über die erbrachten Leistungen als Referenzen im Lebenslauf anführen. Nur wenn die gute Reputation einmal geschaffen ist, werden Kunden für ein langfristig erfolgreiches Bestehen am Markt sorgen.

Fazit

Letztlich ist der Beruf des Übersetzers für Studenten eine durchaus vielversprechende Alternative. Mit einer Muttersprache, die zweifelsfrei und sicher beherrscht wird, gelingt das Übersetzen recht leicht, bietet jedoch stets Herausforderungen im Berufsalltag.