Die Selbstpräsentation ist Bestandteil praktisch jedes Vorstellungsgesprächs, Interview oder auch Assessment Centers. Meist fängt die Aufforderung zum Start ganz harmlos an: „Sehr interessant, was Sie bis jetzt so geleistet haben. Erzählen Sie doch einmal selbst.“ Bewerber denken oft, über sich selbst zu erzählen sei nicht schwer, scheitern dann aber doch grandios an dieser Aufgabe.

  1. Erfolge auflisten! Was sind meine bisherigen Erfolge? Beruflich, aber auch privat, wenn sie berufsrelevant sein könnten. Schreiben Sie einfach mal 10 besondere Leistung auf. Kürzen können Sie noch später.
  2. Eine Rangliste aufstellen! Welche dieser Erfolge sind besonders relevant für das kommende Vorstellungsgespräch? Was passt besonders gut zur Stelle, zum Unternehmen, zur Branche?
  3. Ein Drehbuch schreiben! Entwerfen Sie einen Drehplan von 3 bis 7 Minuten. Wo können Sie kürzen, welche Punkte können Sie ausführlicher benennen? Gibt es vielleicht einen Rahmen, den Sie Ihrer Präsentation verleihen können? Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Absolvent in meiner Beratung kam von der Nordsee, wollte in die Windenergie und hatte bereits relevante Erfahrungen sammeln können. Er startete mit: „Ich bin ein Junge von der Küste. […] Und da möchte ich wieder hin. Daher freue ich mich, dass ich mich heute bei Ihnen als Offshore-Windanlagenbauer vorstellen darf.“ Oder eine junge Chinesin, die ihr Studium in Deutschland absolvierte, stellte sich schließlich so vor: „Ich verstehe mich als Vermittlerin zwischen der deutschen und der chinesischen Kultur.“ Dann ging sie auf ihr Studium in Deutschland und ihre Praktika bei deutschen Unternehmen in China und chinesischen Unternehmen in Deutschland ein. Perfekt!
  4. Üben! Vorm Spiegel, vor Freunden, mit anderen Kommilitonen im Austausch. Ich empfehle bei der Auswahl der Zuschauer darauf zu achten, dass diese auch Kritik äußern können.
  5. Üben! Einfach jede Gelegenheit nutzen, um sich selbst zu präsentieren. Auf Jobmessen geht das hervorragend. Studierende sollten das Angebot der Career Services nutzen und Seminare zum Assessment Center, Vorstellungsgespräch etc. belegen. So günstig wird das nie wieder.
  6. Auf die Blickrichtung achten! Die meisten fokussieren einen Ansprechpartner oder einen imaginären Punkt an der Decke. Abgewöhnen! Stattdessen den Blick zwischen den verschiedenen Gesprächspartnern schweifen lassen.
  7. Auf die Körpersprache achten! Gerade sitzen, Kopf, Schultern, Oberkörper gerade halten. Die Beine nicht zu weit auseinander (Männer!), Frauen nicht eingekrümmt sitzen. Beim Üben auch mal genau so sitzen, wie es nicht okay ist: Also Frauen können einfach mal den Kerl geben, Männer mal ganz zurückgenommen. Wie fühlt sich das an? Ändert sich etwas für mich?
  8. Ruhige Hände behalten! Hier eine gute Mischung zu finden, ist nicht leicht. Die einen halten sich sehr zurück und gestikulieren gar nicht. Stattdessen bleiben die Hände auf den Schenkeln oder an der Stuhllehne. Die anderen fuchteln wild in herum. Eine gute Hilfe ist ein Stift zum Festhalten (besser kein Kugelschreiber oder Filzstift).
  9. Bringen Sie Begeisterung rüber! Wenn Sie über Projekte sprechen, Erfolge, Ihr Studium, sollten die Interviewpartner merken, dass Sie sich dafür begeistern. Schlecht wäre es, wenn Sie neutral über Ihren Beruf berichten und beim Hobby so richtig strahlen und lebendig werden.
  10. Spielen Sie auch mal mit ungewöhnlichen Ansätzen! Im Assessment Center will man sehr viel von Ihnen kennenlernen und versetzt Sie auch mal in ungewöhnliche Situationen. Also kann hier für die Selbstpräsentation die Aufgabe lauten: „Suchen Sie sich eines von diesen Bildern (Landschaft, Tier, Pflanze, Fantasiefigur) aus und präsentieren Sie sich anhand dieses Bildes.“
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